Christstollen – vegan!

Ich bin kein Veganer!

Es ist mir einfach zu anstrengend. Aber im Januar 2017 hatte ich einen ganzen Monat durchgehalten und fand es richtig gut. Erstens fühlte ich mich nach dem Monat körperlich und geistig(!) vitaler und zweiten hatte ich auch noch Gewicht verloren. Das Abnehmen kam zwar nicht von der veganen Kost, sondern vom Kaloriendefizit, aber das vegane Leben hat dabei geholfen. Egal wann immer Schokolade, Kuchen und Co. über den Weg kamen, war das Nein-Sagen war eine Leichtigkeit. Schließlich sind Lebensmittel mit tierischen Inhaltsstoffen (Ei, Milch usw.) tabu.

Da ich damals aber nicht ganz asketisch leben wollte, versuchte ich mich an veganen Backrezepten, wie bspw. an veganem Käse-Mohnkuchen, was ganz gut gelang.

Christstollen CyclingClaude

Wer meinen Blog schon länger kennt hat mitbekommen, dass ich in der Vorweihnachtszeit gerne Christstollen backe – aber einen „gesunden“. Gesund heißt für mich Dinkel- statt Weizenmehl, 100 ml Honig statt 200 gr Zucker, Walnüsse statt Marzipan.

Dieser „Christstollen für Ausdauersportler“ ist nicht ganz so süß und schmeckt – da ohne jegliches Weihnachtsgewürz – (mir) sogar im Sommer.

Außerdem freue ich mich über die ganzen Stollen-Fotos, die ich zugesandt bekomme, oder bei denen ich verlinkt werde.





Veganer Stollen

Als ich im Januar vegan war, hatte ich mir vorgenommen, zu Weihnachten veganen Stollen auszuprobieren. Vergangene Woche war es dann so weit.

Zutaten veganer Stollen

Alternativzutaten

Honig, den ich in meinem Originalrezept statt Zucker nehme, gilt nicht als vegan. Statt nun einfach wieder Zucker zurück zu greifen, nahm ich Agavendicksaft. Der ist zwar etwas flüssiger als Honig, aber auch damit klappte es gut.

Die Milch ersetzte ich mit Haferdrink und die Butter mit Alsan-s.

Nur beim Ei war ich mir nicht sicher. Ich hatte den Ei-Ersatz „No Egg“ zuhause, weiß aber, dass das Zeug nicht so einfach zu bekommen ist. Deshalb probierte ich alternativ eine halbe Banane statt einem Ei.

No Egg

No Egg und Banane haben bei der Verarbeitung gleich gut funktioniert. Allerdings überdeckt die Banane ein wenig den Geschmack der anderen Zutaten. Zwar schmeckt man die Banane nicht unbedingt heraus, aber mit No Egg ist der Stollen einfach näher am Original.



Übrigens haben wir unseren Nachbarn blind verkosten lassen. Er fand den veganen Stollen mit No Egg nur unwesentlich anders als den Originalstollen mit Ei, Butter, Milch und Honig. Den mit Banane fand er auch gut, aber irgendwie schmeckte er „anders“, wie er meinte.

Rezept für ca. 1.500 gr Stollen

Teig

  • 470 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 2 Päckchen Trockenhefe
  • 200 Alsan-s
  • 2 gehäufte Teelöffel No Egg mit 30 ml Wasser gemischt oder eine halbe Banane
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Agavendicksaft
  • 120 ml Dinkeldrunk
  • 30 ml Rum

Wichtig:

Alle Zutaten müssen zimmerwarm sein, damit der schwere Hefeteig später aufgeht.
Man kann weihnachtliche Gewürze nach Gusto zugeben. Mir schmeckt der Stollen „neutral“ am allerbesten.

„Füllung“

  • 100 gr gehackte Mandeln
  • 100 gr  grob zerkleinerte Walnüsse
  • 250 gr in Rum eingelegte Rosinen (über Nacht eingelegt)
  • 50 gr Zitronat
  • 50 gr Orangeat

Hinweis: mann kann Orangeat und Zitronat auch über Nacht in Rum einlegen. Hinterher solltest Du unbedingt den Orangeat-Rum probieren, statt ihn einfach weg zu gießen. Sehr lecker ;-).

Zum Bestreichen

  • 50 gr Alsan-s
  • 2 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung

Alle Zutaten werden in einer Knetmaschine zu einem geschmeidigen, aber festen Teig verknetet. Dafür braucht man eine gute Knet- oder Küchenmaschine. Ganz ohne bekommt man den Teig zwar auch hin, allerdings ist das Kneten dann eine harte Kraft-Ausdauer-Einheit.

Ich fange mit der Maschine auf niedriger Umdrehung an, wobei alle Zutaten des Teiges (nicht der Füllung) gleichzeitig geknetet werden.

Nach etwa vier Minuten schalte ich für weitere vier Minuten auf ca. 60% Geschwindigkeit, bevor ich die letzten zwei Minuten auf 80% der Maximalgeschwindigkeit gehe. Dann muss ich meine Küchenmaschine richtig fest halten, sonst springt sie von der Arbeitsplatte. Manchmal stelle ich die Maschine zum Schluss sogar auf Anschlag. Dann hüpft die Maschine heftig.

Erst wenn der Teig sich ganz von der Schüssel löst – so wie hier im Video – hat er die richtige Konsistenz.

Bevor der Teig „gehen“ darf, knete ich die anderen Zutaten unter. Zunächst mit dem Knethaken, bzw. der Maschine, und dann von Hand.

 

Dann muss der Teig aufgehen. Dazu deckt man die Rührschüssel mit einem Küchentuch –  oder, wie ich es tue, mit einer Duschhaube, ab. Die Duschhaube hat ein Gummiband, sodass von Oben keine Luft rein pfeifen kann. Hefeteig mag ja keinen Zug.

Bei Zimmertemperatur dauert es in der Regel mehrere Stunden, bis der Teig an Volumen gewonnen hat.

Zum Backen wird der Ofen auf etwa 160° (Umluft) gebracht.

Während der Ofen aufheizt, wird der Teig noch einmal mit der Hand durch geknetet und in Form gebracht.

Im Foto siehst Du vier „kleine“ 750-Gramm-Stollen, links zwei mit No Egg, rechts zwei mit Banane.

Achtung: Mit. o.a. Rezept bekommst Du 2 Stollen à 750 oder einen Stollen mit 1.500 Gramm.

Bevor die Stollen in den Ofen kommen, werden sie mit Alufolie abgedeckt oder es kommt eine Stollenhaube oben drauf. Mit Stollenhaube sehen sie einförmiger aus. Geschmacklich macht die Haube keinen Unterschied.

Insgesamt müssen die Stollen 60 Minuten backen. Nach 40 Minuten kommt die Haube, bzw. die Alufolie runter, damit die Stollen schön braun, aber nicht zu braun werden.

Heiß aus dem Ofen kommend, werden die Stollen mit 50 gr zerlassener Alsan-s (Pflanzenmargarine als Butterersatz), bepinselt und gleich danach mit Vanillezucker bestreut.

Bei o.a. Rezept kommen die 50 Gramm Alsan-s und die zwei Päckchen Vanillezucker auf einen großen Stollen. Macht man zwei kleine, nimmt man ergo 25 Gramm Alsan-s und eine Packung Vanillezucker pro Stollen.

Bevor die Stollen in Alufolie eingewickelt werden können, müssen sie gut ausgekühlt sein.

Hier siehst Du zwei verpackte große Stollen, der obere mit Stollenhaube gebacken, der untere ohne. Sie sind gleich schwer.

Viele Spaß beim Nachbacken.

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