Für nen Schlauch nach Petra 4


Heute ist Ruhetag. Auf die Wetter-App habe ich noch nicht geschaut, aber aus dem Fenster: bewölkt/regnerisch. Also habe ich mit der Trainingsplanung alles richtig gemacht.

Sollte das Wetter heute Nachmittag besser sein, werde ich zum Glashaus und ggf. nach Cala Pi rollern – aber ganz locker :-).

Nach dem Frühstück wird Wäsche gewaschen und das Rad geputzt. Das hat es nämlich nötig.

Zunächst aber möchte ich noch erzählen, was ich gestern, am dritten Tag meines zweiten Dreierblocks erlebt habe:

Gestern früh

Nachdem die Navigation des Edge 820 wieder gestreikt hatte, wollte ich ohne Navi-Unterstützung nach Can Picafort, also einmal quer durch die Insel, von Süd nach Nord, und wieder zurück.

Für nachmittags um 15 Uhr war Regen angesagt. So steckte ich meine neue One Gore Active Shakedry klein gefaltet in die Rückentasche, in der Hoffnung, die Jacke auf dem Rückweg testen zu können. Im Trockenen bin ich sie als Windjackenersatz schon gefahren und war erfreut über die tolle Atmungsaktivität. Nur Regen hatte die Jacke noch nicht gesehen und ich wollte keinesfalls eine ungetestete Jacke nach Schweden zur Vätternrundan mitnehmen.

Ohne Navi nach Norden

Zunächst einmal ging es wie gewohnt das Delta hoch, nach links, am Hilton vorbei, Richtung Llucmajor. Dann habe ich links den Puig de Randa liegen gelassen und bin über Algaida nach Norden.

In Algaida hatte ich Gelegenheit, das Litespeed vor einer Windmühle zu fotografieren.

Ich muss schon sagen, ich liebe die Portraitfunktion des iPhone 7+ mit jedem Tag mehr. Auch Mandelkuchen lässt sich mit dem Portraitmodus gut in Szene setzen.

Über Sineu, Llubi und Muro sollte es weiter gehen – so mein Plan.

Jedes Jahr dasselbe Motiv

In Lloret kam ich an dem Haus mit dem alten Brunnen vorbei, an dem ich jedes Jahr mein Rad fotografiere. So konnte ich auch diesmal nicht anders :-).

Auch hier ein großes Lob an das iPhone 7s. Aufgrund seines 2x-Zooms mit der Doppellinse musste ich nicht mitten auf der Straße stehen, sondern am gegenüber liegenden Straßenrand. Der (Rennrad-)Verkehr an dieser Stelle ist nämlich enorm und ich wurde schon manches Mal von Sportlern angepöbelt, weil ich dort auf der Straße stand und fotografierte.

Pfft

Beim Fotografieren hat es dann wohl pfft gemacht. Gehört hatte ich nichts, aber beim Wegschieben des Fahrrads war das Vorderrad platt. Auf dem Foto sieht es noch aufgepumpt aus.

Na ja, ein Schlauch ist ja schnell gewechselt.

Ich untersuchte den Mantel, fand aber keinen Dorn. Der Schlauch hatte noch Restluft, die ich auch mit der Hand nicht rauspressen konnte.

So etwas hasse ich! Ein vernünftiger Dorn im Mantel, den man rausziehen kann – da weiß man, woran man ist. Findet man hingegen die Ursache des Plattens nicht, hat man immer ein mulmiges Gefühl bei der Weiterfahrt. Zumindest geht es mir so.

Was war also nicht in Ordnung? Irgendwas mit dem Felgenband? Einen Stein im Mantel übersehen? …

Wenn auch der neue Schlauch undicht würde? Blöd gelaufen – falls man keinen zweiten Ersatzschlauch dabei hat. Und ich hatte natürlich keinen zweiten Ersatzschlauch dabei.

Was also tun? Weiter nach Norden um dann – schlechtesten Falls – beim nächsten Platten wieder ein teures Taxi zu zahlen?

Wo kann man unterwegs Schläuche kaufen, fragte ich mich. In Petra hatte ich einen gelben Conti-Automenten an der Hauswand gesehen.

Also, auf nach Petra.

Auf dem Weg kam ich durch Sineu, ein schönes Städtchen, das auf einem Hügel liegt. Der Marktplatz ist ganz oben und man muss durch kleine, steile Gassen, um dorthin zu kommen. In Sineu hatte ich vergangenes Jahr mit meiner schnellen Kollegin Nico Kaffeepause gemacht. Der Mandelkuchen war dort ebenfalls 1a. Das wollte ich nachprüfen. Aber gestern war auf dem Marktplatz und den umliegenden Gassen Markt. Touristen, Radsportler und Händler verstopften den Marktplatz und es war kein Stuhl mehr frei. „Nächsten Mal“, dachte ich, und fuhr weiter.

In Petra angekommen machte ich mich schnurstracks zum Conit-Automaten. Der hängt an der Hauswand des Restaurants Sa Placa, direkt links neben dem Café Ca Na Bel, wo ich gestern Mandelkuchen Nr. 5 und 6/2017 gegessen hatte.

Teures Gummi

Der Automat nimmt es allerdings von den Lebendigen. 7 EUR für einen normalen Conti Race, der im Laden etwa die Hälfte kostet?

Gleich um die Ecke gibt es einen schickes Radsportgeschäft, Ableger eines Münchner Ladens: bikedress.de. Der Inhaber saß zufälligerweise mit seiner Familie am Tisch vor dem Schlauchautomaten. Helfen konnte er leider nicht. Seine Schläuche waren ausverkauft.

Dafür empfahl er, den Mandelkuchen von Sa Placa zu probieren. Die backen selbst, genau wie Ca Na Bel nebenan.

So kam Mandelkuchen Nr. 7/2017 vom Restaurant Sa Placa in Petra :-).

In der Tat war der Mandelkuchen ebenfalls sehr lecker, fast so gut wie ein Häuschen weiter. Petra ist halt Mandelkuchen-Hochburg.

Mit dem Wechselgeld zog ich dann einen Ersatzschlauch aus dem Fach für 60-mm-Ventile. Raus kam ein Model mit 80er Länge. Das war ärgerlich, aber besser also ohne Schlauch weiter zu fahren.

Zurück mit Regenjackentest

Wie vorhergesagt waren gegen 15 Uhr Regenwolken aufgezogen.

Rund um Randa regnete es kräftig.

Ich hätte den Regen locker umfahren können, wäre ich Proreres-Campos-Llucmajor gefahren. Außerdem wären dann mehr Kilometer auf der Uhr gestanden.

Aber der Reiz, die Regenjacke ausprobieren zu können, war zu groß. So ging es auf direktem Weg von Proreres nach Llucmajor.

In der Tat schüttete es auf den 10 Kilometern wie aus Eimern. Die Brühe stand mir in den Schuhen und die Beine waren kalt. Oben rum blieb aber alles angenehm trocken.

Auch das „Ausschütteln“ der Shakedry-Jacke klappte hervorragend. Kurz schütteln und die Jacke ist so trocken, dass man sie gut in die Trikottasche packen kann.

Fazit: Die Jacke ist klasse. Klein, leicht, sehr atmungsakativ, auch als Windjacke geeignet. Die kommt mit nach Schweden und bekommt auf CyclingClaude demnächst auch noch einen eigenen Testbericht.

Die Route

Bis ins Hotel waren es insgesamt 119 km. Das hat gereicht um abends im Bierkönig den Ruhetag einzuläuten :-).


Über Claude

Claude ist nach langer Radabstinenz, und mehr als 20 kg Übergewicht, seit 2008 mit dem Fahrrad unterwegs; nicht gut, aber mit Freude. Neben gesunder Ernährung sind es v.a. ‚Gadgets‘ und neue Produkte rund ums Rad, die ihn interessieren. Sein Herzblut hängt an der Vätternrundan in Schweden – 300 km die ihm jedes Jahr aufs neue Respekt abverlangen.


Dies kannst Du gerne kommentieren. Bitte verwende keine Links, da solche Kommentare zunächst in die Warteschleife geschoben werden.

4 Gedanken zu “Für nen Schlauch nach Petra

  • Torsten

    Wenn Du was gesagt hättest, als Du uns auf dem Weg nach Sineu fast über die Füße gefahren bist, hätten wir Dir einen Schlauch abgegeben.

    • Claude Beitragsautor

      Ja, das wäre was gewesen :-). Wo haben wir uns getroffen? Warst Du bei der geführten Großgruppe die Richtung Playa de Muro gefahren ist?

  • Tordten

    Wir waren zu zweit unterwegs und standen an einer Kreuzung um die weitere Strecke zu besprechen. Bei Strava Flybye kannst du es prima sehen

    • Claude Beitragsautor

      O.k., dann schau ich nachher im Hotel mal :-). Nächstes Mal einfach rufen, dann halte ich :-), auch wenn ich keinen Schlauch brauche.