Wear More. Wash Less!

Mief! Nimm mich jetzt, auch wenn ich stinke!

Oft stockt mir der Atem, wenn ich morgens die Tür des Trockenraums im Keller unseres Bürogebäudes öffne, um meine Radklamotten aufzuhängen. Auf dem Rad oder beim Joggen riecht mich ja niemand, scheint mancher zu denken und wäscht seine Sportsachen zu wenig; viel zu wenig.

Frei nach dem Song „Mief! Nimm mich jetzt, auch wenn ich stinke“ (Die Doofen – Wigald Boning und Olli Dittrich), werden in die Jahre gekommene Billigfunktionsshirts Morgen für Morgen durchgeschwitzt. Auf den Rückwegen auch! Oft hängt auch ein ehemals weißes Baumwoll-T-Shirt auf der Leine, das von Tag zu Tag gelber wird. Welches Kleidungsstück den täglichen Odor-Wettbewerb gewinnt, darüber mag ich kaum nachdenken. Schlimm genug, dass meine Sportkleidung den ganzen Tag über in diesem Gestank hängen muss.

Aber man kann es auch anders sehen. „Wear more, wash less!“ In Sachen Umweltschutz sind meine Kollegen ganz weit vorne.

Ich hingegen bin ein Umweltverschmutzer und wasche lieber öfter. Fahre ich morgens flott eine Stunde mit dem Rad zur Arbeit und abends wieder zurück, müffelt mein Trikot in der Regel leicht im Achselbereich, spätestens wenn es getrocknet ist. Klar könnte ich damit einen Tag länger ins Büro fahren, ohne annähernd so zu stinken wie das, was sonst auf der Firmenwäscheleine hängt. Das kommt für mich aber nicht infrage.

Umweltschutz

Glaubt man Studien der Firma Polygiene AB, entsteht 2/3 der Umweltbelastung bei Bekleidung durch das Nutzen bzw. den Verbrauch des Kleidungsstücks. Nur 1/3 der frei gesetzten Treibhausgase, des Wasser- und Energieverbrauchs, entsteht bei der Produktion.

(c) Polygiene AB

Je länger ein Kleidungsstück ohne Waschen getragen werden kann, desto besser für die Umwelt, aber auch für den Geldbeutel und die Freizeit. Schließlich kostet Wäschewaschen Zeit und Geld.

Insoweit machen meinen Kollegen alles richtig.

(c) Polygiene AB

Mit Polygiene geht es aber besser!

Polygiene

Schweiß ist geruchlos, schafft aber die Bedingungen dafür, dass sich Bakterien vermehren, von denen einige unangenehme Gerüche produzieren.

Die von der Polygiene AB entwickelte, gleichnamige Textilveredelung ist eine umweltfreundliche, auf Silbersaltz (Silberchlorid aus recyceltem Silber) basierende Ausrüstung für Textilien, die das Wachstum von geruchsbildenden Bakterien im Stoff unterbinden soll.

Polygiene, so der Hersteller, wird dauerhaft in die Oberflächenstruktur von textilen Fasern eingelagert. Kommt ein mit Polygiene ausgestatteter Stoff mit den Bakterien in Kontakt, dann reagieren die im Moment der Teilung (Vermehrung) zugänglichen Schwefelpartikel der Bakterie mit den Silberionen des Silberchlorids und ver hindern dadurch deren Verdoppelung.

Die permanente Ausrüstung von Textilien mit Polygiene soll die Lebensdauer des Kleidungsstücks überdauern.

Kaum zu glauben, oder?

Glaubt man der Polygiene AB bleibt mit Polygiene ausgerüstete Bekleidung auch nach starkem Schwitzen lange frisch, muss weniger oft gewechselt und seltener gewaschen werden. Deshalb setzen immer mehr Premiumhersteller von Funktions- und Sportbekleidung (u.a.Adidas, Millet, Maloja, Rab, Montane, Salewa) auf die Vorteile von Polygiene.

CyclingClaude macht den Schüffeltest

Als hätte Polygiene gewusst, dass ich morgens im Büro übelstem Odor ausgesetzt bin, wurde ich gebeten ein mit Polygiene ausgestattetes Trikot der Marke Maloja zu testen.

Das mit Polygiene-Logo und „Wear More. Wash Less“-Slogan bedruckte Trikot ist von Stoff und Schnitt identisch mit dem Maloja KienbergM aus der aktueller Beyond the Mountains-Kollektion des Herstellers.

Fünfmal sollte ich das Trikot tragen, ohne es zwischendurch zu waschen, jeweils trocknen lassen, daran schnüffeln und das Ergebnis in den Testbogen eintragen.

Gesagt, getan. Beim ersten Mal bin ich zwei Stunden draußen Rennrad gefahren. Nach dem Trocknen roch das Trikot unwesentlich, bzw. ziemlich frisch, und damit vergleichbar mit der Frische eines Cuore-of-Switzerland-Trikots nach dem ersten Tragen. Ein Bioracer-Trikot, riecht im Vergleich unter den Achseln ein wenig mehr nach Schweiß, aber nur, wenn man die Nase tief eintaucht.

Am zweiten und dritten Tag fuhr ich jeweils eine Stunde mit dem Rad zur Arbeit und abends wieder zurück. Obwohl das Trikot dabei tagsüber im miefigen Trockenraum meines Arbeitgebers hing, war es danach so frisch wie nach dem ersten Training. Cuore-of-Switzerland und Bioracer hätte ich sicher nur einmal zur Arbeit gefahren.

Am Sonntag, dem vierten Testtag, war ich 2,5 Stunden schwitzend bei bestem Sonnenwetter unterwegs, plus 30 Minuten Kaffee- und Kuchen-Stopp.

Am Morgen des fünften Tages, also nach vier Testtagen, roch es immer noch wie nach dem ersten Training.

Nun wollte ich es wissen. Dank schlechtem Wetter bin ich eine Stunde auf den Wahoo KICKR gegangen. Volles Rohr, mit Schweißpfützen am Boden und einem klatschnassen Maloja-Polygiene-Trikot. Spinning sozusagen.

Nach dem Trocknen roch das Test-Trikot. Nicht ekelhaft, aber stark. Beim Odor-Wettbewerb im Trockenraum des Arbeitgebers hätte das mit Polygiene behandelte Trikot aber immer noch keine Chance gehabt.

Auf der Geruchsskala von eins bis sechs war es wohl eine vier.

Zum Vergleich bin ich am Tag danach mit einem frischen Bioracer-Trikot auf den KICKR gegangen. Resultat: Stufe 3. Wohl gemerkt, das Bioracer-Trikot war vorher frisch. Am nächsten Tag habe ich ein frisches Cuore-Trikot auf dem KICKR eingeschwitzt: Geruchsstufe 2,5. Besser als das Bioracer, aber auch nicht toll.

Dann habe ich das mittlerweile gewaschene Polygiene-Trikot erneut für eine Stunde auf der Rolle gefahren. Geruchsnote 2 – angenehm!

Fazit

Mit Polygiene ausgerüstete Kleidung kann in der Tat länger getragen werden – wesentlich länger sogar.

Würde ich so was kaufen? Ich glaube schon. Selbst wenn es etwas mehr kosten würde.

Allerdings müssten Team-Ausrüster wie Bioracer und Cuore of Switzerland mitziehen. Von denen habe ich die meiste Ausrüstung.

Würden meine Kollegen so etwas tragen? Hoffentlich! Aber bitte, liebe Kollegen, auch dann, nach dem fünften Tragen unbedingt waschen, genau wie Ihr Eure jetzige Kleidung nach jedem Tragen (oder nach dem zweiten Tag) waschen solltet. Bitte, bitte, bitte.

Nachtrag zur Nachhaltigkeit

Da im Kommentarbereich die Frage zur Umweltverträglichkeit und der Verwendung von Nanosilber angesprochen wurde, habe ich von Polygiene folgendes erfahren. Ich kenne mich nicht genügend mit der Problematik aus um das bewerten zu können. Wichtig scheint, dass Polygiene kein Nanosilber enthält.

Polygiene Geruchskontrolle ist so konzipiert, dass sie als permanente Ausrüstung von Textilien die Lebensdauer des Kleidungsstücks überdauert. Es basiert auf recyceltem Silberchlorid aus fotografischen und industriellen Anwendungen. Bei der Verbindung mit dem Schwefel der Bakterien wandelt sich Silberchlorid zu Silbersulfid und erreicht damit einen inaktiven Zustand. Die Salze Silberchlorid und Silbersulfid sind natürlicher Bestandteil in Trinkwasser, in Meerwasser und im Boden. Die beim Waschen oderdurch Faserabrieb aus dem Textil gelösten, sehr geringen Mengen von Silberionen verbinden sich sofort mit Schwefel in der Umgebung und bilden inaktive, unlösliche Silbersulfid Salze. Die in Polygiene enthaltenen Silberionen werden also bei Erreichen jedes natürlichen Wasserweges deaktiviert und haben keine Auswirkung auf lebende Organismen. Das Silbersulfid wird sich fortan nicht mehr mit anderen Elementen verbinden und auch nicht in biologische Prozesse eingreifen. Polygiene ist so wirksam, dass schon sehr geringe Mengen ausreichen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Dabei wirkt es ausschließlich im Textil, nicht auf der Haut und beeinträchtigt die natürliche Bakterienflora nicht. Polygiene ist Ökotex geprüft, bluesign zertifiziert und erfüllt damit die Kriterien der strengsten textilen Umweltzertifizierung. Polygiene enthält kein Nanosilber.

4 Gedanken zu “Wear More. Wash Less!”

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