Von null auf hundert – London100 1


Benedikt, der dank Rudi Altig seit seiner Lungentransplantation Rennrad fährt, musste dieses Jahr fast ganz von vorne anfangen. Trotzdem möchte er im Sommer beim Prudential RideLondon100 mitfahren, wo es auf der Olympiastrecke von 2012 gilt, 100 Meilen zu absolvieren.

Momentan ist Benedikt noch nicht ganz bei 100. In den nächsten Wochen könnt Ihr hier lesen, wie er voran kommt.

In the middle of nowhere

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Hallo, Freunde der schmalen Fahrradbereifung 😉

Einige kennen mich vielleicht noch aus meinen früheren Gastbeiträgen, welche ich bereits bei Claude veröffentlicht habe. Ansonsten lege ich euch wärmstens ans Herz, diese noch zu lesen 😉

Prudential RideLondon100

Diesmal geht es um meine, nicht ganz einfache, Vorbereitung zum Prudential RideLondon100.

Nach einem echt beschissenem Winter, den ich von Dezember bis Januar fast komplett im Krankenhaus verbracht habe, muss ich mich nun wieder ran kämpfen.  Es war irgendwie alles zusammen gekommen. Durch meine Lungentransplantation muss ich sehr starke Medikamente einnehmen. Diese hatten nach nun mehr 7 Jahren angefangen toxisch aufs Knochenmark zu wirken. Ergebnis: HB unter 5. Radsportler wissen vielleicht, aufgrund früherer, negativer Schlagzeilen was das heißt. Normal ist so um 15. Und sonst auch kaum noch Blutblättchen vorhanden. Zwischen Anfang Dezember und Mitte Januar bekam ich dann insgesamt 6 Bluttransfusionen und wurde auch sonst einmal komplett auf Links gedreht. Zudem hatte ich noch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, Collitis und im Krankenhaus hatte ich mir dann noch einen Darminfekt eingefangen. Also, lief bei mir, im wahrsten Sinne des Wortes …

Am 16. Januar wurde ich dann endlich entlassen. Mit 10 Kilo weniger auf den Rippen und sonst auch kaum noch vorhandener Muskulatur. Treppen steigen war schon nicht mehr so witzig. Nichts desto trotz, am 17. saß ich dann zum ersten Mal wieder auf der Rolle. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie kläglich das so lief. 20 Minuten mit Wattwerten, die noch nicht einmal eine LED-Leuchte zum Glühen gebracht hätten. Naja, dachte ich mir, du hast vor sieben schon einmal bei Null angefangen, warum sollte ich es also dieses Mal nicht auch wieder schaffen?

Die Bewerbung für London war schon im August letzten Jahres erledigt, also hatte ich bereits ein Ziel, sollte ich einen Startplatz bekommen. Anfang Februar dann die freudige Nachricht. Startplatz: Check! 

Londinium #greatcity #toolongago #hopetobebacksoon #greatbritain #london #bigben #2014memories

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Ich habe mir dann eine neue Rolle gegönnt, den TACX Flux, und mich zeitgleich bei Trainer Road angemeldet. Ich dachte mir, das macht mehr Sinn als auf meiner doch in die Jahre gekommenen Sartori ohne Sinn und Verstand zu fahren, zumal ich wirklich nichts mehr hatte, was man „Form“ nennen durfte. Der Plan macht echt Spaß und meine Fortschritte sind schon nicht zu übersehen. Innerhalb von knapp 4 Wochen FTP um 7 Watt gesteigert. Zudem habe ich mich noch in einem Crossfit-Studio angemeldet und mache dort zur Zeit zweimal die Woche Personal Training. Crossfit kann ich nur jedem ans Herz legen. Es wird sehr viel mit dem eigenen Körpergewicht und auch funktionell gearbeitet. Ich denke besonders für uns Radfahrer daher ein gutes Krafttraining zur Ergänzung.

Mitte März stand dann ein Trainingslager auf DER Insel an. Ich hatte mich, als ich noch im Krankenhaus lag, spontan und aus einer sche… Laune heraus im MA-13 eingebucht. Wer das noch nicht kennt, hat was verpasst. Schaut euch die Seite an www.ma-13.net und ihr wisst was ich meine 😉 Kann ich nur jedem empfehlen. Ist was Anderes als in einem Hotelbunker ganz anonym zu „urlauben“. Das Training auf Rolle und in der „Box“ zeigte bei den ersten Ausfahrten hier seine Früchte. Mein erster 100er und das so früh im Jahr wie noch nie. Man kann also sagen, es lief wieder, und diesmal im positiven Sinne.

Habe die Ehre #itsanhonor #lookprogoslow #cyclingislife #comebackstronger #schwarzwiedienacht #breitwieflach

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So, dies ist der aktuelle Stand. Ich habe mit Claude vereinbart, Euch nach und nach auf dem Laufenden zu halten, wie es so läuft. Also drückt mir die Daumen, das ich jetzt gesund bleibe und es weiter so aufwärts geht wie bisher.                  London Calling, it’s a hell of a town!

Bis dann und Kette rechts, wo auch sonst

Gruß Benedikt


Über Claude

Claude ist nach langer Radabstinenz, und mehr als 20 kg Übergewicht, seit 2008 mit dem Fahrrad unterwegs; nicht gut, aber mit Freude. Neben gesunder Ernährung sind es v.a. ‚Gadgets‘ und neue Produkte rund ums Rad, die ihn interessieren. Sein Herzblut hängt an der Vätternrundan in Schweden – 300 km die ihm jedes Jahr aufs neue Respekt abverlangen.


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