Komoot Premium

Komoot Premium auf die Finger geschaut

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Das Wichtigste zum neuen Komoot Premium zuerst

… der Preis: Jahresabo 59,90 Euro, wer schon die Weltkarte hat, bekommt momentan 30,- Euro  Rabatt auf das erste Jahr

Neue Funktionen von Komoot Premium

Ordner für Routen (Collections), Mehrtagestouren, Wetter entlang der Route, Neue Karten, Versicherung

Smartphone Apps

Android und iOS (bei iOS funktioniert die Planung von Mehrtagestouren und das Update auf Premium noch nicht)

Komoot Premium

Ok, jeder der mich kennt weiß, ich hab einen Orientierungssinn wie ein Ziegelstein. Deshalb liebe ich Radcomputer, die mich verlässlich durch die Gegend führen. Dafür braucht es natürlich vorher eine Route. Unter anderem geht das mit Bikemap, das trotz toller Funktionen irgendwie nur ein Schattendasein fristet. Mit Ride with GPS bin ich nie warm geworden. Prädestiniert für die Routenplanung wäre auch Strava. Obwohl Strava eine unglaubliche Sammlung von Daten haben muss, wird die hauseigene Routenplanung seit Jahren nicht weiterentwickelt. Ich sag nur: .gpx Import. GPSies hat sich dagegen mit AllTrails selbst ins Aus katapultiert und bei Garmin Base Camp geht ohne Hochschulabschluss gar nichts.

So bleibt nur noch Komoot, wobei “nur noch” eine unfaire Wortwahl ist. “nur noch” ist dem geschuldet, dass zwischen Komoot und mir die Chemie einfach nicht stimmt. Warum weiß ich auch nicht. Das 2010 in Potsdam gegründete Komoot hat nämlich alles, was für die Routenplanung gebraucht wird, bis hin zur Angabe des Straßenbelags. Nachteil gegenüber GPSies war, man muss für die Karten bezahlen. Da gibt es einzelne Regionen und einfach-mal-alles zu kaufen.

Wer viel rumreist war bisher mit knapp 30 Euro für das gesamte Kartenmaterial der Welt aber gut bedient. Routenplanung über die Smartphone-App funktioniert zudem auch relativ gut. Dass Regionen lokal heruntergeladen werden können, bringt zudem Unabhängigkeit vom Mobilfunkmast. Das ist ja besonders in Deutschland wichtig ;-). Selbstverständlich hat die Komoot-App fürs Smartphone auch “Aufzeichnen” und “Navigieren”. Weil für mich Handys in die Tasche und nicht auf den Lenker gehören, habe ich das aber bisher nicht einmal verwendet.

So richtig hat sich in den letzten Jahren die Welt von Komoot aber nicht sichtbar weitergedreht. Auf der Komoot-Website gibt es immerhin die Möglichkeit Wünsche zu äußern. Eine immer wiederkehrende Anregung war, dass Routen in Ordner sortiert werden können, wie bei GPSies. Das und einiges mehr ist jetzt in der neuen Komoot Premium Version enthalten. Ich sag mal, besser spät als nie. Das Komoot nach dem Verkauf von GPSies an AllTrails die Premium-Version nur aus Aktionismus rausbringt, glaube ich nicht. Wir hatten schon einige Wochen vor dem heutigen Start die Möglichkeit Premium zu testen und das sieht ganz und gar nicht nach einer auf die Schnelle zusammengeschusterten Panikattacke aus.

Komoot Premium Features

Die Handhabung der alten und neuen Funktionen ist an und für sich selbsterklärend. Als Addon gibt es unter komoot.de/help leicht verständliche Handbücher. Bevor ich nun Anfange, das alles mit eigenen Worten zu wiederholen, hab ich Kerstin von Komoot ausgequetscht. Wenn ihr noch was wissen wollt, schreibt es in die Kommentare, ich versuche alles weitere zu beantworten.

Euer Andi

Interview mit Kerstin von Komoot zu Komoot Premium

Andi: Seit wann arbeitet Komoot an den neuen Funktionen?

Kerstin: Wir haben weit über ein Jahr an Komoot Premium gearbeitet. Dabei haben wir uns vor allem am Feedback unserer aktivsten Nutzer orientiert und so lange weiter optimiert, bis wir auf alle Features positive Rückmeldungen bekommen haben.

Andi: Mich interessiert erstmal am meisten: Ich habe früher meine auf Komoot geplanten Routen mit meinem Wahoo Element synchronisiert. Weil es am Wahoo keinen Filter für die gespeicherten Routen gibt, musste ich immer sehr lange scrollen, bis ich die richtige gefunden habe. Ist angedacht, dass die Ordner, sprich Collections, auch auf dem Wahoo und Garmin übernommen werden? Das heißt, kann ich vorselektieren, ähnlich wie bei den Routen von Strava, wo nur die als Favorit markieren angezeigt werden?

Kerstin: Bei Wahoo haben wir keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung. Wir hoffen, Wahoo davon überzeugen zu können, zeitnah auch Collections zu unterstützen. Unsere Garmin App (Anm: https://apps.garmin.com/de-AT/apps/d918ae1e-9e7b-4fdf-b336-46141a0ccd6a) kann die Collections bereits anzeigen.

Andi: Es gibt jetzt auch spezielle Karten für Wanderer, Mountainbike und Fahrrad. Hat Komoot die Rennräder vergessen?

Kerstin: Die neuen Radkarten zeigen alle nationale und regionalen Radwanderwege sowie das Knotenpunkt-Radwegenetz, vor allem in den Niederlanden und Belgien. Sie unterstützt also auch Rennradfahrer bei der Planung, sofern sie Radwege bevorzugen. Wer mit dem Rennrad lieber auf der Landstraße unterwegs ist, kann dazu wie gewohnt die reguläre Komoot Karte sowie die Informationen zu Wegtypen und Untergründen in der Planung nutzen. Hast du Vorschläge für weitere Anpassungen an einer speziellen Rennrad Karte?

Andi: Oje, bin gar nicht auf Gegenfragen vorbereitet. Aber klar: Nebenstraßen, die asphaltiert sind und somit für Rennräder geeignet sind, farbig hervorheben.

Andi: Spezielle Routenempfehlungen werden auf der Karte gezeigt. Ich habe viele Wege fürs Mountainbike gesehen, aber wenig normale Fahrradrouten. Sieht aus, als würde sich Komoot mehr auf die Offroad-Fraktion als auf Road-Biker konzentrieren. Nur ein falscher Eindruck?

Kerstin: Welche Wege und Details auf der Karte für Mountainbiker und Rennradfahrer hervorgehoben werden, hängt vor allem von der Region und der jeweiligen Infrastruktur vor Ort ab. Wir zeigen alle Radwege und Trails an die vorhanden sind. Bei den Highlights, das sind die Tipps der Community, können wir in unseren Kernmärkten (Anm: Deutschland, Österreich, Schweiz und Haupturlaubsregionen) mittlerweile auch bei allen Nutzergruppen eine sehr gute Abdeckung. Insgesamt kann ich sagen, dass wir bei der Entwicklung keine bestimmte Sportarten bevorzugen. Im Team gibt es eher mehr Roadies als Mountainbiker und wir haben etwa ähnlich viele Nutzer. 

Andi: Auf der Karte werden verschiedene Straßenarten, also von der Autobahn bis zum Feldweg, optisch unterschiedlich dargestellt. Bei der Planung werden mir dann sogar die Streckenabschnitte mit Pflastersteinen angezeigt. Woher weiß Komoot eigentlich, wo Pflastersteine liegen?

Kerstin: Die Infos stammen aus OpenStreetMap. OpenStreetMap kannst du dir ungefähr wie eine Wikipedia für Landkarten vorstellen. Eine Karte, bei der eine große Gemeinschaft von Mappern auf der ganzen Welt Daten zu Straßen, Wegen, Cafés, Bahnhöfen und vielem mehr erstellt. Besonders im Freizeitbereich hat OpenStreetMap oft die besten Daten, die flächendeckend zur Verfügung stehen, weil Locals Details wie die Pflastersteine eintragen, die in kommerziellen Karten häufig fehlen.

Andi: Die neue Mountainbike-Karte teilt Trails in die üblichen S0 bis S5. Das ist erstmal ein phantastisches Feature. Wie kommen diese Daten in Komoot?

Kerstin: Diese Infos stammen ebenfalls aus OpenStreetMap. Wie viele Trails eingetragen und kategorisiert sind hängt von der lokalen OpenStreetMap Community ab. Wir haben uns einige Regionen genauer angeschaut und mit anderen Quellen, zum Beispiel mit TrailForks, verglichen und gesehen, dass die Infos auf unserer Karte häufig genauer sind.   

Andi: Stichwort Karten: Im Gegensatz zu GPSies ist Komoot (und andere auch) nicht kostenlos. Sind die Karten bzw. Regionen in Premium bereits enthalten?

Kerstin: Ja, die Karten bzw. Regionen sind in Premium enthalten. Wir werden die Karten-Pakete unter dem Namen Komoot Maps, aber auch weiterhin unverändert, anbieten. Bestehende Komplett-Paket Nutzer bekommen 30 € Rabatt, wenn sie sich für ein Upgrade zu Komoot Premium entscheiden.

Andi: Zugegeben, erst dachte ich, dass Wetter-Feature ist nur ein nettes Gimmick für Langstreckenfahrer. Dann hab ich mir das genauer angesehen. Ich kann eine Startzeit eingeben und der geplante Route auf der Karte folgen. Mir wird so Regen, Wind, Sonne an der jeweiligen Position dynamisch gezeigt. Ist das damit schon fertig oder kommt da noch was?

Kerstin: Welche Verbesserungswünsche hast du denn bei der Darstellung? 

Andi: Zum Beispiel eine Tabelle, wie bei reinen Wetter-Apps, die das Wetter an einem Ort nach Tageszeiten zeigt. Also für die, die keine Route vorher eintippen wollen und mal eben das Wetter checken möchten.

Andi: Mehrtagestouren und Collections sind Funktionen, die besonders Bikepacking-Fans interessieren werden. Wer sonst noch bereit ist 60,- Euro im Jahr dafür auszugeben, habt ihr sicher lange diskutiert. 

Komoot Premium Mehrtagestouren planen
Mehrtagestouren planen mit Komoot Premium

Kerstin: Die Collections sind das perfekte Tool, um Touren und Highlights zu organisieren. Die Möglichkeit, ihren eigenen Content, also geplante und durchgeführte Touren in Collections organisieren zu können, war ein großer Wunsch der Komoot Community, der für alle relevant ist, die Komoot nutzen.

Andi: Ein Benefit ist die Versicherung, die es als Addon bei Komoot Premium dazu gibt. Was beinhaltet die Versicherung?

Kerstin: Die Versicherungsdetails sind auf unserer Landing-Page sowie dem persönlichen Premium Profil und in den FAQ nachzulesen. Das ist unter anderem Reparaturservice, Übernachtungsorganisation, Ersatzfahrrad und Transport im Schadenfall in Europa, USA und Kanada. Dann gibt es den weltweit geltenden Notfallschutz bei Diebstahl und Beschädigung während einer Reise inklusive Bergung und Krankenrücktransport.

Andi: Wie hoch ist die Versicherungssumme?

Kerstin: Für Vor-Ort-Reparaturen von Fahrrad und E-Bike, Übernachtung und Ersatzfahrrad bis 350,- Euro. Der weltweite Notfallschutz deckt Diebstahl und Beschädigung bis 1.500 Euro, Bergungskosten bis 15.000 Euro und Krankenrücktransport im Ausland bis 150.000 Euro. Die Details sind auf unserer Website.

Andi: Die Velofahrer in der Schweiz sind momentan nicht versichert. Ist für die Premium günstiger?

Kerstin: Wir ziehen den Premium Schutz für Nutzer, die nicht in Deutschland oder Österreich registriert sind nach. Die Funktion wird dann automatisch freigeschaltet. 

Andi: Außerdem gibt es mit Komoot Premium Rabatte bei verschiedenen Shops. Welche sind das und was gibts?

Kerstin: Insgesamt haben wir Partnerschaften mit Anbietern in 14 europäischen Ländern. In Deutschland zum Beispiel mit Fahrrad.de und Camps, in Österreich und der Schweiz mit Bikester.at bzw. Bikester.ch.

Andi: Was ist bei Komoot noch in der Pipeline?

Kerstin: Hier werden wir weiterhin eng mit unserer Community zusammenarbeiten … mehr kann ich an dieser Stelle leider nicht verraten.

Andi: Vielen Dank Kerstin, dass du dir kurz vor dem Launch von Komoot Premium die Zeit für ein paar Fragen genommen hast.


Etappe 12 ist da!

Vize-Weltmeister Marcus Baranski (Der Baranski) hat im Podcast nicht nur ein paar nette Anekdoten auf Lager, sondern auch Tipps, die dich schneller machen.
Etappe 12 findest Du hier.


4 Kommentare
  1. Tom sagte:

    Viel wichtiger wäre es, erstmal die aktuellen Defizite im Planungstool zu beheben. Fast jede Rennradtour muss man nacharbeiten, weil Gravelstücke drin sind. Andererseits waren wir vor vier Wochen in Italien unterwegs, da mussten wir täglich auf autobahnähnlichen Straßen fahren. Zu Hause hab ich es mir im Detail angeschaut und festgestellt, es hätte viele ruhige Alternativen mit minimalem Umweg gegeben.

    Gestern bin ich mit dem Gravler gefahren. Diese Option fehlt bei der Auswahl. Entweder ich nehme Fahrrad, dann biegt es den Track ständig auf Teer um oder ich nehme MTB, dann bin ich nur auf Singletrails unterwegs.
    Alles in allem funktioniert Komoot nur gut, wenn man die Gegend kennt und Fehler am PC gleich erkennt und ausbessern kann.
    Und dann ist noch das Thema Support. Mir ist klar, dass es bisher schwer war, wenn man mit einer einmaligen Gebühr auskommen muss. Da erwarte ich mir aber zukünftig mehr. Ich hab in den letzten zwei Jahren bestimmt 10 Bugs gemeldet. Meist kam frühestens nach einer Woche die Antwort, dass es an die Entwicklung weitergeleitet wurde. Gehört hat man dann nie mehr was, die Fehler wurden auch nicht behoben.

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    • Andi sagte:

      Hi Tom. Ich beschäftige mich schon sehr lange mit allen möglichen Navigationstools. Die perfekte Karte gibt es leider nicht. OpenMaps ist nah dran, aber nur damit zu Planen ist viel zu kompliziert. Mit Komoot als “Interpreter” geht das aber wirklich gut. Andere sind weit eingeschränkter, z.B. Strava. Umso mehr Leute “falsche” Wege in die OpenMaps Community melden, umso besser kann geplant werden. Ich schau mir meine Route immer nochmal auf der Satelliten-Karte an. Damit lässt sich das eine oder andere vermeiden. Natürlich hab ich im Sommer auch geflucht, als ich plötzlich an eine Rampe kam, die so steil war, dass im ohnehin schon miesen Asphalt auch noch Querrillen waren.

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      • Tom sagte:

        Das mit den Gravelstücken bei Rennradtouren ist nicht auf einen Fehler im OSM zurückzuführen. Komoot nimmt nachvollziehbar Gravel her, wenn der Umweg auf Teer eine bestimmte Strecke überschreitet. Das Stück wird dann auch so angezeigt. Aber warum kann man nicht von vornherein auf Schotter oder Sand in der Planung verzichten, wenn Rennrad angegeben wird?

        btw: Fehler im OSM bessere ich selbstverständlich immer aus, wenn ich welche bemerke.

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