Wahoo ELEMNT ROAM

Update:

CyclingClaude stellt nicht nur Produkte vor, sondern testet sie auch. Zum Test des neuen ELEMNT ROAM habe ich eine Seite angelegt, die ständig aktualisiert wird. Folge einfach dem Link.

Hot off the press – der Wahoo ELEMNT ROAM ist da

Letztens klingelte das Smartphone von Wahoo CEO Chip Hawkins, just als er mit einem finalen Prototypen des neuen Wahoo ELEMNT ROAM unterwegs war. Er freute sich. Endlich ein eingehender Anruf, der ihm, wie in der Spezifikation beschrieben, auf dem Farbdisplay des neuen ELEMNT ROAM angezeigt wurde.

Eingehender Anruf Wahoo ELEMNT ROAM
Claude am Apparat

Stolz erzählte der Wahoo CEO dem Anrufer, dass der neue GPS Fahrradcomputer ELEMNT ROAM am 1.5.2019 gelauncht werden würde, wie es im Marketingfachjargon so schön heißt.

Ein neuer GPS Bike Computer, fragte der Anrufer und fügte hinzu, dass die Welt der ELEMNT-Familie doch in allerbester Ordnung sei. Warum also?

Ja, das schon, meinte Chip, aber man könne Gutes immer noch besser machen. Evolution statt Revolution. Mit diesem Ziel habe Wahoo am ELEMNT ROAM gearbeitet.

Stell Dir vor, erzählte er weiter, Du kauftest einen neuen Fahrradcomputer, bestenfalls sogar von der Marke die Du immer schon hattest, und wärest gezwungen die Bedienung neu zu lernen, weil eine Vielzahl von Funktionen hinzugekommen wären, die Du bisher nie vermisst gehabt hättest und nun die Menüführung unübersichtlich machen würden. Den Weg, so Chip, würde Wahoo niemals gehen.

Das sei auch gut so, meinte der Anrufer. Schließlich seien die ELEMNT Fahrradcomputer so einfach zu bedienen, dass man sich vom ersten Tag an aufs Fahren konzentrieren könne, statt lange in Handbüchern lesen zu müssen.

Genau, meinte Chip, bei Wahoo läge der Fokus schon immer auf der Bedienbarkeit, dem “ease of use” und einer bestmöglichen Ablesbarkeit der für den Fahrer wichtigen Informationen. “Easy to use” und “easy to read”. Dem habe sich alles unterzuordnen. Mit andern Worten, Wahoo wolle dem Nutzer Geräte zur Verfügung stellen, die der Sportler für seinen Zweck, das Radfahren benutzen könne, ohne über die Bedienung eines Computers nachdenken zu müssen.

“Meine Rede”, erwiderte der Anrufer, der nun aber doch neugierig war, was am neuen ELEMNT ROAM verbessert worden sei.

Chip hielt kurz inne – wahrscheinlich grinste er innerlich – und meinte “weil Du es bist – aber Schnauze bis zum 1. Mai, bitte!”
Dann erzählte er weiter.

Bei der Entwicklung des ELEMNT ROAM habe man sich darauf konzentriert, die Navigationsfunktionen auszubauen und das visuelle Erlebnis weiter zu verbessern. Obwohl sich die monochrome Kartendarstellung der ELEMNT-Reihe im Alltag absolut bewährt habe, setze man beim ELEMNT ROAM auf einen Farbbildschirm, der bei 2,7 Zoll mit dem des ursprünglichen ELEMNT identisch sei, aber weniger spiegele und mit Gorillaglas ausgestattet wäre. Farben, betonte Chip, würden aber nur selektiv eingesetzt werden, nämlich immer dann, wenn es die Lesbarkeit verbessere. “Bunt”, nur um der Farben Wille, vertrage sich mit dem Grundsatz “easy to read” nicht. Beim selektiven Einsatz von Farben, so Chip, spreche man Wahoo-intern vom “ride focused design”.

Bei der smarten Navigation, die neben der App auch direkt auf dem Gerät auswählbar sei, wären nun folgende Funktionen vorhanden, erzählte er weiter:

  • Route to start: Finde die beste Route zurück zum Start Deines Rides
  • Back on track: Lass Dich zurück zur aktiven Route führen
  • Retrace your Route: Fahre zurück zum Start, genau auf dem Weg den Du gekommen bist
  • Take Me To: Berechne eine Route zu einem Deiner Lieblingsplätze oder einem ausgewählten Punkt auf der Karte
  • Get me started: Berechne eine turn-to-turn Route zum Start Deiner Ausfahrt

Neu sei außerdem ein Lichtsensor, der die Helligkeit des Bildschirms an das Umgebungslicht anpasse, sowie das aerodynamische Design, das man vom Wahoo ELEMNT BOLT übernommen habe. Ansonsten sei der ROAM von den Abmessungen mit dem ursprünglichen ELEMNT vergleichbar.

“Was denkst Du?”, fragte Chip den Mann am anderen Ende der Leitung. “Geil!”, meinte der Gegenüber, “genau was ich mir wünsche!”.

So oder ähnlich mag sich das Telefonat abgespielt haben. Fakt ist, dass der Wahoo ELEMNT ROAM seit heute, dem 1.5.2019 für 349,99 EUR bestellbar ist.

Der Versand der ersten Geräte wird zum 14. Mai erwartet. Erstbesteller sollten also schnell sein.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels lag mir noch kein Bestell-Link vor. Aber im Web-Shop von Wahoo sollte das Gerät alsbald erscheinen.


Mein erster Eindruck

Claude hat den ELEMNT ROAM für Dich am Lenker gehabt und ein erstes Video gedreht, dass ich unten verlinke.

Wahoo ELEMNT ROAM

Von den Abmessungen gleicht der ELEMNT ROAM mit seinem 2,7 Zoll-Bildschirm in etwa dem Vorgänger ELEMNT. Vom Formfaktor sieht er ebenso aerodynamisch wie der kleine BOLT aus, nur eben größer und etwas moderner. Sofort fällt die matt-schwarze Vorderseite aus Gorillaglas auf, die – im Vergleich zum Vorgänger – kaum noch spiegelt und einen hochwertigen Eindruck hinterlässt.

Wie beim BOLT befindet sich die micro-USB-Buchse auf der Unterseite des Geräts, nicht auf der Hinerseite. So kann man gut einen Zusatzakku bzw. Powerbank per abgewinkeltem micro-USB-Stecker anschließen, ohne dass die Verkabelung stört, wenn der ROAM auf den zugehörigen Halter gedreht, bzw. davon abgenommen wird.

Auf der Unterseite des Aero Mount befindet sich ein abnehmbarer Deckel. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier bspw. eine GoPro-Halterung anflanschen kann. Der Zubehörhandel wird es möglich machen.

Neben der Aerohalterung wird zusätzlich eine normale Lenkerhalterung geliefert, die mit Kabelbindern am Lenker oder Vorbau befestigt wird. Das reicht fürs Zweitrad bzw. Gelegenheitsfahrten. Komplettiert wird der Lieferumfang von einem micro-USB-Kabel und einer Schnellstartanleitung, die erahnen lässt, wie kinderleicht das Gerät zu bedienen ist.

Einschalten und sich wohl fühlen

Nutzer eines Wahoo ELEMNT oder ELEMNT BOLT werden sich beim Einschalten des neuen ELEMNT entspannt zurück lehnen und wohl fühlen. Nichts, überhaupt nichts hat sich bei der Bedienung geändert. Alles ist am gewohnten Platz und sieht so aus wie beim Vorgänger ELEMNT bzw. dem kleinen Bruder ELEMNT BOLT. In der Regel erledigt der Nutzer alle Einstellungen sowieso per Fingerstreich auf dem Bildschirm seines Smartphones, heißt, in der Wahoo ELEMNT Companion App.

Beim ersten Einschalten zeigt der ROAM, genau wie seine Kollegen, einen QR-Code, der über die Kamera des Smartphone eingescannt, blitzschnell die Verbindung zum Smartphone herstellt (siehe Video). Steigt man von einem anderen ELEMNT auf den ROAM um, werden bspw. die Verbindungen zu Strava, Komoot etc. automatisch hergestellt. Das ist wirklich nutzerfreundlich.

Die Sache mit dem Farbdisplay

Als ich seit meinem Desaster mit dem Edge 820 von Garmin zu Wahoo gewechselt bin, war das Monochrom-Display des Wahoo ELEMNT mein erstes Aha-Erlebnis. In jeder Lage gut ablesbar und auf das Wesentliche reduziert. V.a. die dicken Pfeile, die die Route darstellen, fand ich absolut top. Zum Glück hat sich beim ROAM nichts daran geändert (linkes Foto) . Farben kommen bei der Kartendarstellung nur da zur Anwendung, wo es der besseren Ablesbarkeit dient; und das ist gut so. Gewässer sind nun blau dargestellt, und Hauptstraßen in gelb. Ob die blauen Linien auf dem rechten Foto Radwege zeigen, habe ich noch nicht raus gefunden. Vielleicht will uns die Karte sagen, dass der Weg für Fahrräder frei gegen ist.

Ansonsten bleibt es bei der Display-Darstellung vornehmlich bei monochrom.

Übrigens, erlauben die beiden Tasten auf der rechten Seite des Geräts ein schnelles Ein- und Auszoomen, wobei die Detaillierung der Karte zunimmt, je mehr man rein zoomt. Gut gefällt mir, dass bei jeder Zoomstufe der Kartenmaßstab angezeigt wird. So kann man immer schnell abschätzen, wie weit man entfernt ist.

Verbesserungen im Detail

Beim ELEMNT und ELEMENT BOLT werden Streckenberechnungen immer über die Smartphone-App erledigt. Der neue ROAM hingegen rechnet selbst, weshalb das Funktionsmenü des GPS-Computers nun Navigationselemente enthält.

Prima, dass der ELEMNT ROAM nun selbst Routen rechnen kann, was übrigens flott von der Hand geht. Notwendig ist das in jedem Fall bei der Funktion “Back on track”, die einen zurück zur Route führt, falls man sie aus Versehen verlassen hat. Wer will dafür schon anhalten und das Smartphone aus der Rückentasche holen?


Cool ist auch die Funktion “Take me to …” bzw. “Bring mich zu …” Entweder wählt man einen zuvor gespeicherten Lieblingspunkt aus, der auf dem Display als blaues Herz dargestellt wird, oder man verwendet das Fadenkreuz, wobei man auch hier beliebig ein- und auszoomen kann.

Die Routensortierung ist ein weiteres Detail, das die Bedienerfreundlichkeit erhöht. Die hat Wahoo als Update übrigens allen ELEMNT-Modellen spendiert, nicht nur dem ROAM. Nun können Strecken nach unterschiedlichen Kriterien wie Länge, Entfernung vom derzeitigen Ort etc. sortiert werden. Das erleichtert die Streckenauswahl auf dem Gerät ungemein. Bisher waren die im Gerät gespeicherten Strecken lediglich alphabetisch sortiert.

Natürlich kann man nach wie vor die Companion App zur Streckenauswahl nutzen kann.


Selbstverständlich unterstützt der ELEMNT ROAM die Strava Live-Segmente. Er hat dafür eine eigene Seite. Falls im Display eine andere Darstellung gewählt ist, schiebt der ROAM bei Segmentbeginn ein Overlay von unten ins Display. Das finde ich gut, auch wenn ich selbst seit einiger Zeit aufgehört habe, KOMs zu jagen.

Übrigens hat Wahoo kurz vor Produktlaunch wesentlich detailreichere Karten als Update bereit gestellt. Die Deutschlandkarte hat nun 1,14 GB statt 302 MB. So bleiben beim Herauszoomen mehr Kartendetails sichtbar. Gleichzeitig sieht man, dass jeder kleine Waldweg eingezeichnet ist. Sehr gut.

Wahoo ELEMNT ROAM Karte Deutschland

Mein Video zum Set-up des ROAM

Erstes Fazit

Mit dem ELEMNT ROAM bleibt Wahoo seiner Linie treu und setzt weiter auf das bewährte Konzept: Bedienerfreundliches Gerät, mit sinnvollen Funktionen, die Käufer von GPS-Fahrrad-Computern nachfragen. Spielereien mit wenig Nutzwert sucht man vergeblich – und das ist gut so. Die dezent eingesetzten Farben verbessern den visuellen Eindruck und heben die primär monochrome Darstellung auf die nächste Stufe. Prima gemacht, Wahoo. Hält man ihn erst einmal in Händen, will ihn der zufriedene ELEMNT-Kunde nicht mehr her geben, auch wenn man mit dem Vorgänger ELEMNT und dem kleinen ELEMNT BOLT absolut zufrieden sein kann. Preislich sind 349, 99 EUR fair und wettbewerbsfähig. Der Vorgänger ELEMNT, der erst altbacken aussieht, seit ich den ROAM in der Hand hatte, ist für reduzierte 279 EUR zu haben. Bei 70 EUR Preisunterschied würde ich zum neuen ROAM greifen. Den kleinen ELEMNT BOLT, der fast so modern wie der ROAM daher kommt, gibt es für 239 EUR. Hier liegt der Preisunterschied schon bei 110 EUR. Dafür ist das Display kleiner und es fehlen die Farbakzente. Auch hier würde ich nun eher zum ROAM greifen.



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7 Kommentare
  1. Klaus sagte:

    Vielen Dank für das Preview.
    Gibt es zu den Wahoo Geräten Erfahrungswerte wie es sich mit der Akkuleistung nach längerem Gebrauch verhält?

    Mein Garmin 520 war nach 2 1/2 Jahren quasi nicht mehr zu gebrauchen (max. 2 h Akkulaufzeit im Navigationsmodus) uns ein Akkutausch ist offiziell nicht möglich.

    Viele Grüße
    Klaus

    Antworten
  2. Frank sagte:

    Die Infos klingen interessant! Wie sieht es mit Karten anderer Länder aus oder ist nur Deutschland dabei? Ganz wichtig wäre mir die Akkulaufzeit. Eine lange Laufzeit wäre für mich ein Grund zu wechseln!
    Danke für den guten Berich!
    Frank

    Antworten
    • Claude sagte:

      Hallo Frank, weltweite Karten sind verfügbar, über die App. Laufzeit des Akku habe ich noch nicht komplett testen können. Aber bisher waren Angaben von Wahoo in dem Bereich relativ verlässlich. Kommt natürlich immer auf die Nutzung an. Mit Navi, mit Licht …

      Antworten
  3. Marcus sagte:

    Das ist ja interessant….die neue Deutschlandkarte auf dem Bolt hat leider nur 274 MB. Sprich keine Mehr-Details….das finde ich ja blöd.

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