Me myself and I CyclingClaude Der Blog im Blog

Wenn Du wissen möchtest, um was es hier geht, lies bitte den zugehörige Blogbeitrag und schau öfter mal rein, weil ich in der Regel an jedem Wochentag, was schreibe – manchmal erst abends.

28.4.2019

Heute wurde viel getestet. Serviert wird am Mittwoch. :-) Außerdem ist die 3. Etappe der Rennrad-WG endlich im Sack, nachdem es Freitag technische Probleme gab. Etappe 3 zum Thema Langstrecke geht alsbald live. Versprochen!

27.4.2019

Voll im Teststress! Gerade als ich mit dem neuen Gadget am Rad das Haus verlassen will, donnert und blitzt es. Starkregen. Also wieder rein und nur ein paar Fotos und Trockenübungen machen. Frustrierend, v.a. wenn man die meisten Funktionen nur draußen testen kann. Morgen früh soll es aber eine Stunde trocken bleiben. Hoffen wir es.

26.4.2019

Am Abend wollten Harry, unser Gast Roman und ich die dritte Folge der Rennrad-WG produzieren. Der Podcast ging gut von der Hand. Alles locker, alles cool. Am Ende hatte dann die Technik versagt. 70% von Romans Tonspur war nicht aufgenommen worden. Woran es lag? Wer weiß. Jedenfalls werden wir die Sitzung alsbald wiederholen.

25.4.2019

Eigentlich müsste man jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fahren – egal bei welchem Wetter.

Bike2Work Tag 5. 60 Tage habe ich mir für 2019 vorgenommen. Allerdings zählen nur die Tage, an denen ich mit dem Rad von Dietzenbach, meist mit Schlenker, nach Neu-Isenburg und zurück fahre. Fahrten mit Faltrad in Kombination mit S-Bahn/Bus gelten für meine Bike2Work-Bilanz nicht. Das spart zwar auch C02, hat aber mit Bike2Work nur wenig zu tun.

Wie auch immer. Mit jedem Bike2Work-Tag spare ich etwa 0,0057 Tonnen C02 ein, unabhängig davon, wie weit ich meinen – mit dem Fahrrad zurück gelegten – Arbeitsweg ausdehne. Schließlich würde ich mit dem Auto retour nur 24 km fahren.

Mit den anvisierten 60 Bike2Work-Tagen, summieren sich die 0,0057 Tonnen/Tag auf 0,34 Tonnen. Auch das mag wenig und nicht lohnenswert erscheinen.
Aber: Lt. myclimate.org sollte eine Person nicht mehr als 0,6 Tonnen C02 pro Jahr verursachen, um den Klimawandel aufzuhalten. Setzt man das in Relation zu meinen eingesparten 0,34 Tonnen, versteht man die Brisanz des Themas. Bzw. im Umkehrschluss bedeutet das, dass ich mit dem Auto an den restlichen Arbeitstagen, meinen gesamten “erlaubten” C02-Ausstoß überschreite! Angenommen ich fahre an 140 Tagen mit dem Auto je 24 km, liege ich nämlich schon bei ca. 0,8 Tonnen C02. Wahnsinn!

myclimate.org klärt übrigens auch darüber auf, dass der durchschnittliche EU-Bürger pro Jahr ganze 8,4 Tonnen CO2 verursacht.
Von 8,4 auf 0,6 Tonnen um den Klimawandel aufzuhalten? Da muss man groß denken, schnell handeln und radikale Einschnitte vornehmen. Tempo 130 auf der Autobahn ist dann noch das, was uns am wenigsten weh tun wird. Das ist bisher den wenigsten von uns klar. Die Profipolitiker in Berlin sind nicht dumm und wissen, was die Stunde geschlagen hat. Aber sie handeln zögerlich bis gar nicht. Ich darf gar nicht darüber nachdenken. Gut, dass es eine Greta gibt. Selbst wenn hinter ihr eine große Marketingmaschine Dampf macht, freue ich mich über diese neue Bewegung. Sonst wären wir doch immer noch blind und würden von den lobbygesteuerten Profipolitkern verlacht. Denen wird das Lachen aber bald vergehen, vermute ich. Wenn die heute 16jährigen zur Urne dürfen, werden sie zeigen, dass man nicht verblödet, nur weil man freitags der Schule fern bleibt. Im Gegenteil. Sich mit dem Thema Klimaschutz auseinander zu setzen bildet mehr als freitags dem Schulstoff zu lauschen, der eine Halbwertzeit von zwei bis drei Jahren hat und später im Beruf kaum was wert ist.

Ach ja, wir haben bald Europa-Wahl. Hoffentlich wählen viele Erwachsene das, was ihre jugendlichen Nachkommen wählen täten, wenn sie könnten. Das würde Leuten wie Helmchen Scheuer und Glyphosat-Julia ein wenig zum Nachdenken anregen.

So, nun aber genug politisiert. Schließlich wollte ich eigentlich hier nur schreiben, dass der morgendliche Radverkehr absolut die Laune hebt. So haben selbst die Kollegen im Büro was von meinem Bike2Work. :-)

bike2work

24.4.2019

Bike2Work – einfach herrlich. Heute früh war es nicht ganz so kalt wie gestern und sogar sonniger. Ich liebe den Blick über noch grüne Getreidefelder und die Sonne gibt mir den ersten Energieschub des Tages. So bin ich im Büro gut gelaunt – besser jedenfalls, als wenn ich mit dem Auto fahre. Heute ließ ich es etwas langsamer angehen, weil ich dem Besenwagen-Podcast lauschte. Die neue Folge “Powermeterführerschein” ist wie immer amüsant und extrem hörenswert. Absolut!

Auch bei der Rennrad-WG stehen neue Episoden an. Mit Glück kommt noch eine im April, oder aber zwei im Mai. In der Mai-Episode werden wir aus erster Hand über neue, spannende Gadgets berichten können. Darauf freue ich mich schon. Außerdem steht das Thema “Langstrecke” auf dem Redaktionsplan – was auch immer das ist

23.04.2019

Auf die richtige Radinfrastruktur kommt es an! Deutschland ist noch Lichtjahre von fahrradfreundlicher Verkehrsplanung entfernt. Aber es gibt Ausnahmen. Gestern, auf meiner 136 km langen Bikepacking-Rückfahrt, bin ich per Zufall am Bahnhof von Erzhausen auf ein relativ neu eröffnetes Teilstück des Radschnellwegs Darmstadt-Frankfurt gestoßen. In Gänze wird der Radschnellweg erst 2022 fertig sein. Warum das so lange dauert, verstehe ich übrigens nicht. Aber das ist ein anderes Thema. Der Streckenteil von Erzhausen bis Egelsbach ist jedenfalls der Knaller.

Radschnellweg Darmstadt Frankfurt

Fasziniert war ich von den im Kurvenbereich aufgestellten Mülltonnen, bei denen man aus voller Fahrt seinen Müll (leere Flaschen, Energieriegel- und Gelverpackungen) entsorgen kann. Ob das jemand macht? Aber ja! Für das Foto war ich extra umgekehrt, hatte mein Fahrrad positioniert und nestelte gerade das iPhone aus der Rückentasche, als ein MTB-Fahrer an mir vorbei fuhr. Elegant feuerte er eine leere Flasche in den Mülleimer. Bäng! Mann, was habe ich mich geärgert, dass ich das iPhone nicht schon fotografierbereit hatte. Das hätte ein Foto gegeben. :-)

Radschnellweg Darmstadt Frankfurt

Ansonsten habe ich den gestrigen Tag in vollen Zügen genossen, auch wenn auf den 136 km gefühlt immer Gegenwind herrschte. Aber egal, dann fährt man halt was langsamer, dachte ich. Zuhause war ich mit meinem 23er Schnitt ganz zufrieden. Schließlich fuhr ich voll bepackt, wie schon am Samstag.

Das rote Allroad-Bike ist übrigens das Cucuma Casca meines Bruders CyclingOlli, der mich bis kurz vor Mainz eskortierte und dann auf der gegenüber liegenden Rheinseite zurück fuhr.

Nachdem ich jetzt zweimal mit Gepäck längere Strecken gefahren bin, habe ich unheimlich Bock auf weitere Bikepacking-Touren. Vielleicht klappt es dieses Jahr ja doch noch für eine Fahrt von Frankfurt nach Paris in drei bis vier Etappen.

Nach fünf Stunden Fahrt machte ich gestern übrigens einen Schlenker über Neu-Isenburg zum Thong Thai, dem besten Thai-Imbiss den ich kenne. Vorspeise: Gebratenes Rindfleisch. Hauptspeise: Pad Thai. Eigentlich mengenmäßig zu viel, aber das alkoholfreie Becks spülte es runter. :-)

22.04.2019

Bevor ich mich gleich im Bikepacking-Modus zurück vom Osterurlaub nachhause mache, kurz ein paar Gedanken zu “warum wir nicht auf dem Radweg fahren”. Aber das stimmt nicht. Ich fahre, so oft es geht auf Rad- und Wirtschaftswegen, egal ob die Benutzung vorgeschrieben ist oder nicht.

Leider wird es uns Radfahrern in Deutschland nicht leicht gemacht. In Holland sind Radwege allgegenwärtig. Man muss praktisch gar nicht auf die Straße. In Deutschland findet man gute Rad- bzw. Wirtschaftswege sporadisch. Mit dem Rennrad ist man schnell unterwegs und verpasst leicht die Auffahrt zum Radweg, den man gerne gefahren wäre. Wenn es blöd läuft, kommt die nächste Auffahrt erst nach ein, zwei Kilometern. Bis dahin ist man Freiwild auf der Straße und hupenden Hobbypolizisten ausgeliefert.

Verläuft der Rad-/Wirtschaftsweg links parallel zur Fahrbahn hat man sowieso verloren. Wer möchte schon gerne auf einer befahrenen Landstraße beide Fahrbahnen queren, um auf den Radweg zu kommen? Um sicher queren zu können, müsste man zunächst rechts ran fahren, schauen, dass aus beiden Richtungen kein Verkehr kommt, und dann queren. Ist der Radweg dann zuende, muss wieder über beide Spuren zurück auf die Fahrbahn gewechselt werden. Dann doch lieber gleich auf der Fahrbahn bleiben – solange der Radweg nicht benutzungspflichtig ist.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Radwege/Wirtschaftswege in Deutschland in der Regel keinen Vorrang haben. In Schweden war ich vor Jahren absolut erstaunt, dass Kfz ganz selbstverständlich halten und Radverkehr auf Radwegen den Vorfahrt geben. Vermutlich gilt in Schweden die Regel, dass Radverkehr auf Radwegen immer Vorfahrt hat. Im Gegensatz dazu muss man bei uns davon ausgehen, dass der Autofahrer das Recht des Stärkeren ausübt. Immer. Rücksicht? Fehlanzeige. Radfahrer sind Dreck auf der Straße. Selbst wenn man auf dem Radweg, bspw. wegen Rechts-vor-links Vorfahrt hätte, sollte man sich nicht darauf verlassen. Das macht das Fahren auf deutschen Radwegen wenig entspannt. Weil wir nicht auf Rücksicht hoffen können, brauchen wir andere Regeln. Aber mit den bescheuerten Petrolheads unserer Bundesregierung ist da wenig zu machen.

Manchmal ist es obendrein grotesk, was uns an benutzungspflichtigen Radwegen zugemutet wird.

Auf meiner Karfreitagsausfahrt kam ich irgendwo bei Königstädten auf der Stockstraße entlang.

Foto 1: Enge Landstraße durch den Wald, ohne Geschwindigkeitsbeschränkung. Es sind also 100 km/h erlaubt. Warum eigentlich? Karfreitag war die Straße wenig befahren, an sonstigen Tagen weiß ich nicht wie die Verkehrslage ist. Aber warum werden Radfahrer auf einen unbefestigten Waldweg gelotst, statt auf der Straße einfach 50 km/h Höchstgeschwindigkeit vorzuschreiben?

Foto 2: Irgendwann kommt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h dann doch. Und warum?

Foto 3: Weil der parallele Waldweg, der als benutzungspflichtiger Radweg ausgewiesen ist, irgendwann endet. Vorsicht Radverkehr zeigt das Schild. Die armen Radfahrer, die auf dem Waldweg fahren mussten, müssen nun vor einer Kurve die Fahrbahnen queren, um wieder auf die Straße zu kommen. Das ist gefährlich und sowas von unnötig! Das Fahrrad-Achten-Schild, so wie die Geschwindigkeitsbeschränkung, hätte gleich am Anfang der Straße stehen müssen.

Foto 4: Grotesk wird es am Ende der Straße. Es beginnt wieder ein Radweg, bzw. eine Radspur. Schon vorher gibt es eine Ampel für Autos und Radfahrer. Die Radfahrer behalten rot, während die Autos parallel grün haben. Wieso eigentlich? Warum können nicht beide parallel bei grün fahren? Es kommt sich doch niemand ins Gehege. Autos bleiben auf der Straße und Radfahrer begeben sich auf der beginnenden Radspur. Wäre das so schwer? Ich fühlte mich von der Ampel ziemlich verarscht, blieb aber stehen und wartete auf Radfahrer-Grün.

Foto 5: Nun kommt es: Die oben zu sehende geteerte Fahrradspur endet direkt hinter der Unterführung. Was kommt? Waldweg, als benutzungspflichtiger Radweg ausgewiesen.

Verarschen kann ich mich alleine. Dazu brauche ich keine Verkehrsplaner. Fazit: Weil dem Radverkehr in Deutschland viel zugemutet wird, ist das Fahrrad ein Verkehrsmittel zweiter Klasse. Holländer, Dänen, Schweden etc. lachen über uns. Bescheuert, oder?


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