Hart gegen den Wind

Eigentlich sollte ich um 23:50 Uhr längst schlafen. Regeneration ist wichtig, v.a. im Trainingslager / Radurlaub.

Aber ich komme gerade aus der Hotelbar, wo ich mit Manuel und Stefan aus Haiger die heutige gemeinsame Fahrt rekapitulierte – bei etwas Sangría bzw. alkoholfreiem Bier für Manuel.

Den Artikel über den heutigen Tag schreibe ich aber noch schnell, denke ich mir, auch wenn beim publizieren heute schon gestern ist, schließlich habe ich nur knapp zehn Minuten bis Mitternacht.

Die beiden sind zum ersten Mal auf Mallorca. An ihrem gestrigen Anreisetag waren sie gleich mit dem Rad unterwegs. Abends saßen wir gemeinsam beim Abendessen und ich gab einige Tourentipps. Natürlich, wie konnte es anders sein, empfahl ich Petra – nicht nur wegen des Kuchens.

Da für heute starker Wind aus Nordost angesagt war, wollte ich eigentlich die Küstenstraße entlang, im Osten den Wind queren und dann aus Nordost zurück an die Playa de Palma blasen. Wer fährt schon gerne bei Gegenwind.

Als ich gegen 10:30 Uhr die Radstation verließ, traf ich Manuel und Stefan, die gerade ebenfalls die Räder gesattelt hatten.

Sie erzählten, dass sie, auf meine Empfehlung hin, Petra anpeilen wollten. Geplant hatten sie mehr oder weniger den direkten Weg über das Delta, Llucmajor, Algaida und San Joan. Direkter Weg, weil beide noch gar nicht so lange Rennrad fahren und >100 km eine Herausforderung bedeuten. Direkter Weg, das wusste ich sofort, bringt heute eine Menge Gegenwind. Aber sie wollten es angehen.

Stefan war noch damit beschäftigt, die richtige Route auf seinen Garmin 1030 zu zaubern, als ich anbot, den Weg zu zeigen. Schließlich fahre ich die Strecke bis Petra im Schlaf.

Stefan musste sich von uns drei am meisten quälen – am Berg, wie auch im Wind. Mal fuhren Manuel und ich vorne weg, dann wieder ich alleine, um ein paar Intervalle fahren zu können.

Stefan fuhr in stoischer Ruhe sein Tempo und musste immer gleich weiter, sobald er auf uns aufschloss. Dabei verlor er nie seine Laune – trotz einigen Höhenmetern und heftigem Gegenwind bis Petra. Hut ab!

Zwischendrin warteten wir aufeinander. Zeit für mich, immer mal ein Foto zu schießen. So mache ich es ja sonst auch wenn ich alleine fahre. Heute war die Gelegenheit, auch mal auf den Fotos zu sein. Manuel, vielen Dank dafür!

Bei diesem Foto, meinem Lieblingsfoto des Tages, musste Manuel kurz mit Rad hinters Haus, damit ich ein Foto ohne Menschen schießen konnte. Manuel, Blogger sind nervig, oder? Sorry dafür ;-).

Das Haus steht übrigens irgendwo direkt an der Straße, kurz vor San Joan. Könnte man da nicht vielleicht ein kleines “Cycling Ride In” mit Espresso, Kaltgetränken und Mandelkuchen einrichten? Das wäre ein Träumchen. Wenn ich Rentner bin …
Fraglich allerdings, ob das verlassene Häuschen Strom und Wasseranschluss hat.

In Petra, nach ca. 55 km Kampf gegen Wind und Höhenmeter, gab es Mandelkuchen mit Café con Leche im Ca Na Bel. Was bzw. wo sonst?

Das rechte Foto hat Manuel fotografiert und verfremdet. Ich finde, das hat was!

Nach einem kurzen Stopp bei Bikedress trennten uns unsere Wege. Die beiden planten, mit wohl verdientem Rückenwind, auf direktem Weg zurück zum Hotel. Ich wollte noch einen Schlenker machen.

Ich düste zunächst Richtung Manacor, auf dunkle Wolken im Osten blickend. Gleichzeitig realisierte ich, dass es bereits recht spät war. Also änderte ich meine Route zurück über Petra. Eine Zeit ging es an der Autobahn entlang, was gar nicht so schlecht ist. Die “Service-Straßen” haben kaum Verkehr, aber eine gute und glatte Fahrbahn. Um auf meine Kilometer zu kommen, baute ich einen Schlenker in Prorreres ein. Der Weg dorthin hat Spaß gemacht, genau wie der Wirtschaftsweg von Prorerres nach Algaida. Von dort ging es den schönen Gartenweg, den wir morgens in die eine Richtung gefahren waren, in die andere Richtung zurück.

Mit der Angst im Nacken, erst nach Einbruch der Dunkelheit heim zu kommen, gab ich ab Algaida Gas und kürzte später über die Autobahn-Service-Straße ab.


Gegen 17:30 Uhr und nach 115 km war ich zurück. Stefan und Manuel schienen noch unterwegs zu sein. Jedenfalls hingen ihre Räder nicht im Radkeller. So machte ich mir ein paar Sorgen, die schnell verflogen, als die beiden gegen 19:30 geduscht im Restaurant auftauchten.

Die beiden Freunde hatten sich auf der Rückfahrt verloren und jeder war für sich gefahren. Manuel fand den besten Weg und war nach ca. 100 km “im Ziel”. Stefan, der genauso fuhr wie auf der Hinfahrt, kam auf 112 km. Super Leistung, Ihr beiden!


2 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.