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Va Bene – Gute Nachrichten

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In der Rubrik “Va Bene” schreibt Benedikt, wie es ihm gerade geht und was er erlebt; mit dem Rad und seiner Gesundheit. Benedikt ist seit 2010 beidseitig lungentransplantiert und fuhr Rennrad, seit sein ehemaliger Mentor, Weltmeister Rudi Altig, ihm nach der Lungentransplantation ein Rennrad schenkte. Im Mai 2018 begann der Körper, seine Spenderlunge abzustoßen. Seither kann er nicht mehr richtig Rad fahren. Die Therapie Photopherese ist seine letzte Möglichkeit, die Abstoßung aufzuhalten. CyclingClaude kennt Bene schon einige Jahre und hat seither einen Organspendeausweis.

Hallo Zusammen, nachdem jetzt seit meinem letzten Blog wieder etwas mehr als ein Monat vergangen ist, wollte ich mich noch einmal bei euch melden.

Ich starte mit etwas Positivem. Wie Einige von euch evtl. mitbekommen haben, war ich in Österreich bei Michael Gogl um mein, von ihm mit Hilfe der Organisation Time is Your Life und den Salzkammergut Bikern beschafftes, eBike abzuholen.

Als wir dort ankamen, bestätigte sich mein bisheriger Eindruck von Michael sehr schnell. Michael ist ein geiler Typ. Nett, zuvorkommend und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Die Übergabe des Bikes fand bei seinem langjährigem Freund und Förderer Matthias von www.salzkammergutbiker.at statt. Nachdem das Rad auf mich eingestellt war, drehten wir eine kleine „Einstellungsrunde“.

Michael zeigte mir die Orte wo er in Gmunden aufgewachsen war. Ein toller Tag. Und dem noch nicht genug, hatte Michael im Vorfeld noch eine Unterkunft für uns organisiert, sodass wir bis Sonntag noch ein paar Tage ausspannen und die Gegend auf eigene Faust erkunden konnten. Ich bin wirklich froh, sowohl Michael als auch seine Kumpel Andreas und Matthias kennengelernt zu haben. Andreas war quasi als Fotograf verpflichtet worden. Am darauf folgenden Donnerstag musste ich die „Karre“ natürlich sofort entjungfern. Bei der Tourenplanung war ich dann vielleicht etwas zu optimistisch, sollte es sofort 600Hm bergauf gehen. Aber es war geil. Danach war ich zwar gefühlt tot, aber es war einfach nur geil!

Nachdem wir, meine Mutter hatte mich begleitet, dann wieder zu Hause waren, hieß es warten, bis das Bike auch angekommen war. Wir waren nämlich mit dem Zug runter gefahren, und im ICE gibt es scheinbar keine Möglichkeit, Räder zu transportieren. Also musste ich es via Hermes verschicken. Das hat dann zum Glück auch alles geklappt und Donnerstag kam die Maschine endlich an. Die Jungs vom www.Bockshop.com informierten mich sofort und machten das Rad fahrbereit. So hatte ich natürlich auf der Arbeit keine ruhige Minute mehr, zumal es ja jetzt auch schon recht zeitig dunkel wird. Aber egal, ich hab ja eine gute Lampe. Ich also nach Feierabend Heim, Bike geholt, in die Klamotten geschmissen und noch eine Stunde in den Wald. Mega! Wie lange hatte ich darauf gewartet.

Und wo ich das so schreibe, fällt mir auf, dass es die letzten Wochen eigentlich wenig Negatives gab. Meine Lungenfunktion hat zuletzt auch eher nochmal eine stabile bis aufsteigende Tendenz. Heißt also, dass die Photopherese-Therapie anschlägt. Und wenn man bedenkt, dass ich im Mai, als die Abstoßung der Lunge gerade begonnen hatte, schon dachte, Weihnachten nicht mehr zu erleben, weil mein Zustand sich so rapide verschlechtert hatte, denke ich jetzt ein doch recht positives Gefühl zum Jahresende mitnehmen zu können.

Klar ist es schade, dass das Wetter zurzeit nicht mitspielt und ich mein Bike nicht ausführen kann. Aber der erste Schnee kommt bestimmt, und dann bin ich wieder unterwegs. Da könnt ihr euch drauf verlassen. Und bisher konnte ich auch ohnehin schon ein paar schöne Touren machen.

Das einzig Negative im Moment ist, dass ich nach den zwei Tagen Therapie immer mit Magenproblemen zu kämpfen habe. Aber das kann man verkraften, solange der Rest passt.

So, dass war es für jetzt von mir. Ich wünsche euch eine schöne Vorweihnachtszeit. Genießt jeden Meter auf dem Rad. Wer weiß, wie viele da noch kommen. Und um nicht mit Traditionen zu brechen, möchte ich wieder mit einem Radsportzitat abschließen:

„Fahre so viel oder so wenig, so weit oder nicht so weit wie du willst. Hauptsache, du fährst!“ 

Eddy Merckx

Bis dann euer Bene!

Über Den Autor:
Bene hatte Mukoviszidose und war lungentransplantiert. Rudi Altig brachte ihn aufs Rad aber die neue Lunge wieder runter. In der Rubrik “Va Bene” schrieb er, weil es ihm gut tat.
Bene ist leider 2019 verstorben.
Ruhe in Frieden!


2 Kommentare
  1. Moralapostel sagte:

    …. musste ich die „Karre“ natürlich sofort entjungfern.
    Nichts für Ungut, aber das Entjungfern – weder von Frauen noch von Karren – zählt heute noch zu den männlichen Heldtaten, mit denen man sich brüsten muss

    Antworten
    • Va Bene sagte:

      Danke für deine Einschätzung. Aber ich denke das es sich hier in diesem Bezug um Umgangssprache handelt, die schon seit Jahrzehnten gebräuchlich ist. Aber man kann ja heut zu Tage auch über Knecht Ruprecht diskutieren…

      Antworten

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