Zwift für iOS ist da!

Nichts ist nerviger, als eine Trainersoftware, die auf dem PC bzw. Mac läuft. Mac bzw. PC anwerfen, Programm starten,  einloggen, Sensoren konfigurieren … das dauert!

Nicht so mit der TrainerRoad App für iOS, die bei mir auf dem alten iPad 3 läuft. Einschalten und loslegen. Das Training kann binnen Sekunden beginnen, vorausgesetzt man hat schnell eines der Trainingsprogramme aus dem umfangreichen Fundus von TrainerRoad gewählt.

Deshalb (aber nicht nur deshalb) war Zwift bisher nicht meine erste Wahl.

Nun gibt es Zwift für iOS. Ich habe die App heute ausprobiert und mir eine erste Meinung bilden können.

Vorab: Ich bin kein Fan der virtuellen Landschaften, da ich lieber im ERG-Mode des Wahoo KICKR Trainingsprogramme (Intervalle etc.) fahre. Im Pulk und mit zu viel Pace durch die virtuelle Zwift-Welt zu ballern, macht für mich wenig Sinn. Von der Effektivität möchte ich gar nicht erst sprechen.

Ein paar Trainingsprogramme hat Zwift ja auch. Allerdings störte mich auf dem Mac die unpräzise Steuerung des Smarttrainers im ERG-Mode.

Aber nun zu meinen ersten Erfahrungen mit Zwift für iOS.

Kompatibilität

Die Zwift App erfordert iOS 9.0. Das ist o.k. Leider werden aber – und ich vermute den virtuellen Welten geschuldet – ältere Geräte nicht unterstützt. So ist es bspw. bei meinem iPad 3 Essig. Erst Geräte ab Generation iPad Air, iPhone 5S oder iPad Mini 3 sind mit Zwift für iOS kompatibel.

Ärgerlich für mich, da das ausgemusterte iPad bisher gut genug für die Rolle war.

Log In

Mit dem iPad Pro konnte ich dann aber doch testen.

Bevor es los geht, muss man sich in der App einloggen. Das funktioniert, und wäre eigentlich nicht der Rede wert. Allerdings ist bei jedem Start der App ein Log-In erforderlich. Das ist nervig. TrainerRoad fragt das Passwort nur einmal ab. Update: Das ist mittlerweile abgestellt!

Pairing

Das Finden und Konnektieren der Bluetooth-fähigen Geräte geschieht direkt in der App, vorausgesetzt man macht nicht den Fehler und hat die Bluetooth-Geräte vorher schon in den Geräteeinstellungen mit dem iPad verbunden. Dann werden sie von der App nicht erkannt.

Trainingsansichten

Auf dem Startbildschirm hat man zunächst, wie bei der Desktop-Version, die Auswahl zwischen freiem Training und Training nach Trainingsprogramm (Workout).

Ich entschied mit für ein 30minütiges Workout im ERG-Mode.

Die Trainingsansicht in der App ist wie in der Desktopanwendung. Oben in der Mitte werden die eigenen Werte, wie auch die Zielvorgaben des Segments angezeigt. Der orange Balken zeigt die Zeit im Segment.

Links oben sieht man die zu fahrenden Segmente.

Neu – zumindest ist es mir auf dem Mac nicht aufgefallen – ist der Texthinweis, der sich am Anfang einblendet, um das Training zu erklären. Das ist ein guter Ansatz, wird aber von TrainerRoad besser umgesetzt. Dort kommen die Trainingsanweisungen nämlich druchgängig während der genzen Trainingsdauer.

Der ERG-Mode fühlt sich in der App etwas präziser an. Aber lange nicht so exakt wie bei TrainerRoad, wo in Sekundenbruchteilen der angezeigte Widerstand am Pedal ist. Bei Zwift verlangt das Programm manchmal nach “More Power” oder eben nach “Less Power”, statt nach dem Intervall einfach automatisch runter zu regeln.

Warum Zwift das nicht kann, verstehe ich nicht. TrainerRoad kann es ja auch. Wie in der Realität ist der Widerstand sofort fühlbar, sobald es in den Berg geht, oder eben weg, direkt nach Ende der Steigung.

Motivierend sind bei Zwift die farbigen “Torbögen” zu Beginn und am Ende des Intervalls. Man weiß genau, wie lange man noch drücken muss. Bei TrainerRoad sieht man das zwar anhand der rückwärts laufenden “Intervall Time” genauso, aber eben weniger schick.

Fazit

Die Zwift iOS App ist besser als die Desktopversion. Allerdings erfordert sie gehörig Rechenleistung, weshalb sie zu alten iOS-Geräten nicht kompatibel ist.

Der von mir viel kritisierte ERG Mode ist bei der Zwift App etwas verbessert, aber immer noch weit von der präzisen Steuerung durch TrainerRoad entfernt.

Last but not least: Zwift ist für den Gamer, nicht für den Sportler, der umfangreiche Trainingsprogramme sucht.

Spaß macht Zwift trotzdem.

Ich für meinen Teil bleibe bei TrainerRoad und kann, dank präziser Steuerung des Wahoo KICKR gleichzeitig Blogbeiträge schreiben, vorausgesetzt ich trainiere keine heftigen Intervalle.

13 Kommentare
  1. Floville sagte:

    Hallo Claude, ich suche noch nach einer brauchbare Ablage für den Laptop. Worauf steht denn dein Laptop auf dem Foto? VG, Florian

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  2. Edmund sagte:

    Hallo,
    Ich habe einen Wahoo Kickr Snap und fahre auf Zwift.
    Aber ich spüre keine Steigungen, selbst 15% sind nicht spürbar, nur die Geschwindikeit wird langsamer.
    Der Widerstand wird aber nicht spürbar schwerer.
    Warum ist das so?
    Liegt es am ERG-Modus?
    Gruß Edmund

    Antworten
    • Claude sagte:

      Hm, ich bin länger nicht mit Zwift gefahren. Aber eigentlich kann das nicht am ERG-Modus liegen. Dennoch würde ich es mal ohne probieren. Aber eigentlich ist der ERG-Modus ja genau der Modus, der den Widerstand vorgibt, der von einer APP kommt. Seltsam. Auf was läuft Zwift? iPad, PC, …? Verbindung über Bluetooth oder Ant+?

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    • Floville sagte:

      Hallo Edmund, das ist so weil “Trainer Difficulty” in den Settings auf “Off” steht. Ändere die Einstellung und du “spürst” die Steigungen ;-)

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  3. Rayker sagte:

    Ich besitze an meinem Rad Geschwindigkeitssensor und Trittfrequenzsensor von Garmin. Leider findet mein IPad sie nicht. Muss ich was beachten?

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  4. Torsten sagte:

    Ich konnte aus dem Bericht jedoch jetzt nicht ergründen, warum die iOS-Version besser als die Win oder die Mac-Version sein soll?
    Weil sie nicht auf allen iPad Versionen läuft (Ironie)?
    Weil ich keinen Rechner hochfahren muss? Nun ja, das kommt auf den Einsatz des Rechners bzw. auch den Rechner an. Ein Mac oder PC kann immer an sein, ein Macbook klappt man auf und es ist da.
    Weil man die Sensoren per Bluetooth koppeln kann? Kann man mit dem PC oder Mac auch – allein, was macht man mit Ant+ Sensoren? Am PC/Mac reicht ein kleiner günstiger USB-Dongle.

    Sofern es also keine Funktionsunterschiede zwischen PC-, Mac- und iOS-App gibt, kann ich da ein “Besser” nicht erkennen. Nur halt ein, für viele sicher willkommenes, Mehr an Optionen. Und das ist ja auch gut.

    Ich selbst nutze Zwift nur ab und an als glorifizierten Radcomputer für meinen furchtbar unsmarten Tacx Sartori und habe es sowieso oft im Hintergrund laufen (oh, das geht z.B. mit der App sicher nicht), während ich surfe, twittere, etwas lese oder bei härteren Einheiten vielleicht ein Video laufen lasse. Oder dann doch auch mal auf den Zwift-Screen schaue. Ich weiss, Blasphemie für süchtige Zwifter… ^^

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    • Claude sagte:

      Hallo Thorsten, Zwift auf dem iPad ist besser, weil der Erg Mode etwas präziser als bei der Desktop-Version ist.
      Ansonsten lädt die App natürlich schneller.
      Die Desktopversion braucht bei mir immer eine kleine Weile.
      Von Wahoo gibt es ein Ant+Dongle für den alten Apple-Stecker. Mit Adapter funktionier er auch am Lightning-Anschluss.

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