London86

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20140813-160149-57709694.jpgSonntagmorgen war ein schwarzer Tag in meiner ‘Radkarriere’.

London 100 war angesagt, aber auch Schweinewetter.

Schon seit Tagen ließ die Wetter-App nichts Gutes ahnen und dennoch war ich gewillt auf die Strecke zu gehen.

Samstagabend machte ich Rad und Kleidung wettkampfertig und stellte den Wecker auf 3:15 Uhr; schließlich sollte es um 4:45 Uhr vom Hotel aus zum Olympiastadion gehen.

Vom Hotel bis zum Start waren es etwa 12 km. Ich war als erster in der Hotelhalle und wartete auf Stefan und Lance. In der Lobby muffelte es schon nach Frühstück und mir war zu warm. Auf Facebook las ich derweil, dass Stefan aufgrund des Wetters nicht fahren wollte. Durch die Tür ins Freie tretend wusste ich warum. Stürmischer Regen prasselte mir entgegen.

Ich also wieder rein und Regenhose und Jacke übergezogen. Mittlerweile war es kurz nach fünf und Lance noch nicht unten. Er brauche noch 10 Minuten, wie er schrieb, sodass ich alleine los fuhr.

Es war noch dunkel, aber der Regen lies nach. Die Organistoren hatten überall in London gelbe Schilder aufgestellt, die einen zum Olympiastadion führten; sehr vorbildlich!

Die Straßen waren nass und die nicht seltenen Schlaglöcher bis zum Rand mit Wasser gefüllt.

Man musste also vorsichtig fahren, was ich auch tat. Derweil wurde ich links und rechts von adrenalingeladenen Rennradfahrern überholt, so dass man glauben konnte, das Rennen sei schon eröffnet.

Wohl fühlte ich mich deshalb nicht. Hinzu kam, dass mein Magen wie in den Vortagen immer noch nicht in Ordnung war und ich immer noch unter einem verspannten Rücken zu leiden hatte, verursacht durch den Sturz vor wenigen Wochen.

Dennoch hatte ich den Willen, ins Rennen zu gehen.

Am Stadion angekommen, checkte ich kurz Facebook, ob Lance sich gemeldet hatte. Dabei laß ich, dass die Verantalter aus Sicherheitsgründen die Strecke verkürzt hatten. Box Hill und Leith Hill, deren Anstiege mir letztes Jahr so gut gefallen hatten, waren nicht mehr dabei. Aus London100 war London86 geworden.

Für mich war das sehr enttäuschend; aus Sicherheitsgründen (lange, schnelle Abfahrten) aber sicher die einzig richtige Entscheidung.

Damit hatte ich aber auch jegliche Motivation verloren. Ich wollte das ganze Ding machen. Nun war es lediglich eine längere Strecke, bei unsäglichen Wetterbedingungen und erhöhter Sturzgefahr.

So drehte ich wieder um und fuhr ins Hotel.

Für mich war das die richtige Entscheidung, die ich andererseits aber sehr bedauere.

Lance, der das Ding fuhr, berichtete, dass es sehr, sehr nass war. Teilweise war die Strecke so geflutet, dass das Wasser bis zum Tretlager stand.

Nachmittags waren wir dann wenigstens zum Zieleinlauf der Profis. Auf Höhe Big Ben jagten mehrere Gruppen, das Hautpfeld und versprengte Fahrer an uns vorbei. Die Jungs sahen schlimm aus. Dreckig, teilweise mit zerfetzten Trikot jagten sie Richtung Ziel. Auch für sie schienen die Wetterbedingungen die größte Herausforderung gewesen zu sein.

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