CyclingOlli in der Emilia Romagna – Pantani’s Road

CyclingOlli zum Rennrad fahren in Italien

TAG 3, Riding on Pantani’s Road

Marco Pantani, der leider viel zu früh verstorbene tragische Radheld Italiens, wurde 1970 in Cesena geboren. Hier, in diesem Revier, wuchs er zum Tour-de-France- und Giro-Sieger heran.

So lag es nahe, dass uns Guide Alessandro Malaguti am dritten Tag auf die Spuren von „Il Pirata“ Marco Pantani führte.

Pünktlich um 9:15 Uhr ging es vom Clubhotel Sportur los.

Auch Andrea Manusia, der Marketing Manager des Cycling Marketing Department Emilia Romagna war mit von der Partie.

Zunächst fuhren wir relativ lange durch die Ebene, nördlich an Cesena vorbei Richtung San Vittore und Borello.
Unterwegs trafen wir eine größere Gruppe, die von einem Radprofi aus dem Androni Giocattoli-Sidermec Team geführt wurde, den unser Guide kannte. Nach kurzem Stopp fuhren wir gemeinsam bis nach Borello. Das machte ne Menge Spaß.

Bevor wir uns trennten, gab es in Borello einen Kaffee-Stopp in einem typischen italienischen Café. Kaffee und Radsport. Das gehört einfach zusammen.

Übrigens war ich heute mit meinem schwarz-neon Outfit von BBB Cycling unterwegs. Schwarz macht den „Dicken Mann“ schlanker! Außerdem sitzt die Kleidung von BBB Cycling optimal und das Polster (wichtig!) ist sehr, sehr angenehm. Trikot Keirin und die passende Powerfit Bib Shorts.

Unten links im Gruppenbild mit Zoe, Andrea Manusia, Alex und mir seht Ihr das Kit. Optisch gefällt es mir prima.

Andrea verabschiedete sich nach dem Café wieder von uns.  Kurz darauf wusste ich warum.

Es wurde nämlich extrem steil, die Via Montevecchio hoch.  Auf dem Asphalt war in rosa Farben immer wieder in großen Lettern PANTANI aufgemalt. Manchmal konnte ich das nur mit zu gekniffenen Augen und keuchend lesen. Hammerhart war das für den Dicken Mann! Marco Pantani war halt ne Ecke leichter als ich ;-).

Zoe, Alex und Alessandro zogen irgendwann davon und ich musste mich allein und langsam den Pantani Berg hochquälen.

15% im heimischen Revier,  so über 200 Meter,  ist für mich o.k. Aber eine Rampe von vier Kilometern Länge und Steigungen zwischen mindestens 8 und 15 %? Die hatte der Dicke Mann noch nie vor Augen, unter den Rädern oder sonst irgendwie.

Jede Kurbelumrundung brachte mich keuchend an den Rand der Verzweiflung. Was machte der Dicke Mann da eigentlich, fragte ich mich immer und immer wieder.

Ich schwitzte so heftig, wie ich es nur vom Indoor-Training auf meinem Wahoo KICKR  kenne. Offenbar war ich ähnlich langsam wie auf dem Smarttrainer, sodass kein Fahrtwind mein Trikot hätte trocknen können. Verdammt! Schon auf halbem Weg war mein Trikot triefend nass, als hätte ich damit geduscht. Sogar die Radbrille musste ich absetzen, weil sie beschlagen war.

Zum ersten Mal in meiner kurzen „Radkarriere“ (Leute, ich fahre erst 12 Monate!), wusste ich was Jens Voigts Spruch „Shut up legs“ wirklich bedeutet.

Irgendwann war CyclingOlli oben und als Bezwinger des Bergs mächtig stolz!

Zoe und Alessandro hatten oben auf mich gewartet und gestatteten mir noch eine kleine Pause am Pantani-Denkmal. Sonst wäre ich kollabiert ;-).

Von nun an ging es hügelig über die Bergkette,  immer auf und ab, bis zur Burg von Sorrivoli. Sehr geil!

Nach dieser atemberaubenden Aussicht ging es vom Plateau aus in eine knallharte Abfahrt.

Unten im Tal kündigte Alessandro das  Restaurant Locando della Luna an. Ohne Mampf kein Kampf. Sehr gut, dachte ich.

Alessandro sprach von einem kurzen Anstieg, von hier zum Restaurant. Mein Verständnis von „kurz“ war aber ein anderes. Jedenfalls gaben meine brennenden Oberschenkel das Feedback, dass kurz noch viel zu lange sei.

Zoe und Alex fuhren mir wieder davon. Aber Alessandro hatte Erbarmen mit dem Dicken Mann mit schmerzenden Beinen und schob mich den Anstieg nach Longiano hoch.

In Longiano, das von der Burganlage Rocca Malatestiana überragt wird, machten wir einen kurzen Foto-Stopp. So kam ich wieder einigermaßen zu Kräften und der folgende Hügel war kein Problem mehr.

Das Restaurant Locando della Luna ist ein Teil eines Agrotourismusbetriebes und stellt so gut wie alles selbst her.

Zur Vorspeise gab es Tagliatelle mit Lammfleisch. Ein Gedicht! Als Hauptgang servierte man eine gemischte Fleischplatte mit Gemüse und Kartoffeln und zum Nachtisch folgte Gelato aus Nüssen und Kaffee. Dazu natürlich den üblichen Sangiovese.

Das Essen hatte ich mir mächtig verdient, oder?

Dann rollten wir durch die Ebene zurück nach Cervia.

Die Route könnt ihr euch wieder auf Komoot anschauen.

190 km mit vielen Höhenmetern in zwei Tagen. Ich war ziemlich platt und machte mir Sorgen, wegen des Granfondo, den ich am nächsten Tag auf dem Programm hatte.

In Cervia war die Bike-Expo des Granfondo in vollem Gange. Es war ganz schön was los.

Im Fantini Club wurde den ganzen Tag eine Spinninggruppe bei heißer Musik eingestimmt.  Der Schweiß floss in Strömen. Da musste ich wieder an die heutige Pantani-Rampe denken.

Um 17 Uhr ging es zur Pressekonferenz in den Fantini Club.  Neben Claudio Fantini,  dem Chef des Fantini Club und des Clubhotel Sportur, der auch  den Granfondo Via del Sale organisiert, waren auch zwei Radsportlegenden dabei: Il Falcon Paolo Savoldelli und Andrea Tafi. Auch der Ultra-Eis-Radfahrer Omar di Felice war gekommen.

Die drei Radfahrlegenden sollte ich am nächsten Tag in der Startaufstellung wieder sehen und zwar hautnah. Aber mehr dazu in Teil vier.

Wir blieben im Fantini Club zum Abendessen.  Da wir aber bereits um 4:30 Uhr aufstehen mussten, war früh Schluss. An Schlaf war aber nicht zu denken. Die laute Musik aus dem Fantini Club schallte zu uns rüber. Es wurde die Miss Granfondo Via del Sale 2018 gewählt. Das hätte ich mir besser mal angeschaut.

Um 23 Uhr dann noch ein Feuerwerk. Aber ab 23:30 war Ruhe.

Am nächsten Morgen war ich vor dem Rennen aufgeregt aber auch müde und kaputt.

Teil 4 „The Race“ folgt. in Kürze, freut euch da geht es um wahre Gefühle 🙂

 

Oliver

Oliver ist der jüngere Bruder von CyclingClaude, der seit April 2017 Rennrad fährt. In der Kategorie "Dicker Mann auf dünnen Reifen" schreibt Oliver über seine Erlebnisse mit dem Rennrad, wie er damit Gewicht verliert, und über Produkte, die nicht nur Rennradanfänger interessieren.

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