Sachlicher und fundierter Austausch zum tex-lock … mit Texlock?

Austausch ist immer gut!

Wer mit uns sachlich und fundiert in einen Austausch treten will, kann dies weiterhin jederzeit tun. Für Anregungen und Ideen sind wir jederzeit offen!

… schreibt die Firma Texlock in ihrem Firmenblog zum #texlockgate.

Blickt man mit der kritischen Konsumentenbrille auf diesen Beitrag, kann man einige Aussagen als Marketingkommunikation hinterfragen. Einiges davon fand ich reichlich unverschämt, statt auf das Problem einzugehen.

Texlock? Jetzt wird es unverschämt!

Eigentlich war ich immer an einem fundierten und sachlichen Austausch mit Texlock interessiert. Schließlich stehe ich mit dem Start-up seit 11. Januar 2017 (!) im Austausch.

Damals bot man mir eine „Kooperation“ an. Das war aus meiner Sicht aber gar nicht nötig. Schließlich überzeugte mich das tex-lock-Konzept der drei Gründerinnen voll und ganz  – und was mir nicht gefällt, kommuniziere ich nicht, selbst mit Kooperationsangebot.

Die Produkteigenschaften, die ich später auch im Kickstarter-Pitch sehen konnte, waren spitze. So fiel es mir leicht, meine Leser über die Kickstarter-Kampagne zu informieren. Ich selbst investierte auch. Ganz normal, wie jeder andere. Nicht als Kooperationspartner von Texlock.

Texlock fand gut, was ich schrieb und machte sich meine Artikel in der Marketingkommunikation zu Nutze – was vollkommen o.k. war/ist.

Als dann 2018 das fertige Schloss bei mir zuhause auf dem Tisch lag, war ich begeistert und teilte meine Begeisterung im Blog.

Irgendwann bekam ich dann per Email, mehr oder weniger anonym, das 8-Sekunden-Sägevideo zu gespielt. Zunächst dachte ich an ein Fake, wollte es aber genauer wissen.

So kontaktierte ich Texlock und bat um Stellungnahme, die ich prompt bekam und hier veröffentlichte.

Ich fragte gezielt nach, wie lange Texlock bei eigenen Sägetests am Seil des tex-lock gebraucht habe. Hierzu erhielt ich von Eik (ja, bei Texlock arbeiten auch Männer!) nur eine unbefriedigende Antwort.

„Wir haben das tex–lock wie gesagt ja auch selbst getestet und kamen auf eine längere Zeit“, meinte Eik lediglich.

Statt mehr Details zu liefern, wurde ich nach Leipzig eingeladen, um an einem geplanten Schloss-Test zusammen mit dem ADFC teilzunehmen. Für mich als Blogger wäre eine Reise nach Leipzig zu aufwändig und außerdem wollte ich den Sägeversuch selbst wagen.

Seither ist Funkstille und Claude, so mein Gefühl, eine Persona non grata.

Auf eine Antwort auf meine Nachricht warte ich seit einer Woche!

Gleichzeitig kommuniziert man im Firmenblog, dass man“weiterhin jederzeit“ …  „sachlich und fundiert in einen Austausch treten“ kann.

Zum Austausch, lieber Eik, bedarf es aber zwei Parteien. Solange die zweite Partei nicht antwortet, kann man von keinem Austausch sprechen.

Oder sind meine Beiträge etwa nicht „sachlich und fundiert“?

Mein Verbesserungsvorschlag

Zunächst einmal habe ich „sachlich und fundiert“ weiter gearbeitet.

Bei meinem zweiten Sägetest an meinem bereits zerstörten Schloss habe ich nur noch 18 Sekunden gebraucht. Hier das Video.

Und bitte, liebe Leute von Texlock, nicht wieder von Laborbedingungen sprechen, wie beim 8-Sekunden-Video. Die Bedingungen am Schraubstock waren für mich gefühlt wie beim ersten Test auf der Straße. Wäre das Texlock nicht schon aufgesägt gewesen, hätte ich das Seil in einer realen Situation zwischen Fahrradrahmen und Straßenschild sogar noch strammer straffen können, als es mit der Hand möglich gewesen ist. Schließlich hatte ich nicht einmal eine Öse zum Greifen.

Gleich nach dem tex-lock zersägte ich ein billiges Spiralschloss der Marke Crivit aus dem Hause LIDL.

So ein Spiralschloss schafft der Bolzenschneider in wenigen Sekunden. Mit der Säge brauchte ich 60 Sekunden! Es widersteht der Säge also mehr als DREIMAL länger als das tex-lock.

Was ich mir wünsche

Ein tex-lock mit einem Kern wie im LIDL-Schloss. Mit dem Bolzenschneider käme man dann erst nach einigen Minuten zum Ziel und selbst mit der Säge bräuchte man eine Minute.

Durch den Kern bekäme das tex-lock außerdem die Eigenschaft eines Spiralschlosses, wodurch es m.E. handlicher wird. In passender Länge würde es dann prima um den Bauch passen, ähnlich eines Hiplock.

Warum kam/kommt sowas nicht zur Anwendung?

Auf eine sachlich-fundierte Antwort von Texlock bin ich gespannt. Die werde ich gerne im Blog veröffentlichen.

Übrigens

Das sind die einzelnen tex-lock-Schichten.

Dass die 30 cm des tex-lock-Seils 171 Gramm wiegen, ist mir übrigens lange nicht so wichtig, wie der fehlende Sägeschutz.

Auf Kickstarter sprach man ja von 350 Gramm pro Meter Seil. Jetzt sind es ca. 550 bis 570 Gramm.

Mit dem LIDL-Kern wäre es sicher noch schwerer. Das wäre es mir aber wert!

 

 

 

Claude

Claude ist nach langer Radabstinenz, und mehr als 20 kg Übergewicht, seit 2008 mit dem Fahrrad unterwegs; nicht gut, aber mit Freude. Neben gesunder Ernährung sind es v.a. ‚Gadgets‘ und neue Produkte rund ums Rad, die ihn interessieren. Sein Herzblut hängt an der Vätternrundan in Schweden – 300 km die ihm jedes Jahr aufs neue Respekt abverlangen.

6 Antworten

  1. Konstantine sagt:

    Danke für deine Ausführungen. Hatte mein Schloss bei einem sehr guten Fahrradladen empfohlen bekommen. Hatte mich blöderweise vorher nicht informiert und war durch den Ausführungen des Verkäufers über die Standhaftigkeit und Sicherheit dieses Schlosses überzeugt. Für über 100€ (oberes Feld) erwarte ich nicht die Mittelklasse, und selbst hier scheitert tex-lock. Mittelklasse wäre 40€~50€, und selbst in dem Preissegment Verhalten einige Schlösser deutlich widerstandsfähiger bei Angriff mit einer Säge. Wer will denn sein überteuertes lang gespartes Rad damit anschließen? Ich nicht.
    Was ich am schlimmsten finde ist jedoch die Art und Weise,wie tex lock mit seinen Kunden umgeht. Kritische Fragen werden mit Standard Copy Paste Aussagen abgefertigt, teilweise werden diese auch gelöscht und der Kommentator blockiert. Das ist schockierend. Und die ständigen Vergleiche mit einem Spiral- oder Kettenschloss. Welches dieser Schlossarten über 100€ sind in dieser kurzen Zeit geknackt worden?!

  2. Stefan sagt:

    Immer noch offen die Frage: Wann reagieren die Versicherer, die das fehlerhafte Produkt als „sicher“ eingestuft hatten?

  3. Stefan sagt:

    Danke für die sachliche Auseinandersetzung mit dem Produkt Texlock. Ich konnte mein bestelltes Exemplar noch rechtzeitig beim Händler umtauschen gegen ein sicheres Bügelschloss.

    Durch den Hinweis auf den Bolzenschneider hat Texlock immer wieder die Sicherheit des Schlosses suggeriert – ziemlich dreist finde ich; denn auch ein menschliches Haar oder ein Filzstreifen ist wegen seiner Beweglichkeit mit einem Bolzenschneider nicht zu durchtrennen.

    Übrigens: Das winzige Kettchen, das sich in mitten der Textilschichten im Hexlock befindet, trägt meine drei-jährige Tochter als Armband… 😉

  4. sabi sagt:

    Danke für Deinen Bericht und Aufsägtest, gerade aber auch die Reaktion von texlock ist interessant…!
    Damit ist klar – das Schloss ist in dieser Ausführung völlig unbrauchbar.
    Interessant wäre ein Test des superleichten Ottolock-Schlosses, welches ja nur bedingt „sicher“ ist, aber widerum doch ganz gut Kneifzangen etc. standhalten soll.
    Vielleicht kannst Du das ja auchmal testen.
    Grüße! Sabi

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