Ärger mit dem Teufel!

Heute möchte ich über einen eher ungewöhnlichen „Radsportartikel“ schreiben, der mir 2017 einige Freude, aber genau so viel Ärger gemacht hat.

Teufel Rockster Event Soundsystem

999 EUR habe vor etwa einem Jahr in den Teufel Rockster investiert. Eigentlich war er für die Auftritte meines Sohns Philippe gedacht, der schon mal guten Sound braucht, wenn er nicht gerade in der Commerzbank-Arena mit den Ehrlich Brothers zaubert.

Der Rockster hat ne Menge Bums und außerdem ein kleines Mischpult mit zwei Kanälen verbaut, bspw. für Mikrofon und Musikzuspielung. Für einen Zauberer ideal!

Da das Soundsystem zum Verstauben viel zu schade ist, dient mir der Rockster als „Rückenwindmaschine“ und beschleunigt meinen Wahaoo KICKR enorm ;-). Einigen Lesern ist das sicher schon aufgefallen.

Schnell schaffte es der Rockster aber auch in den Kofferraum meines Autos, um – wie bspw. hier beim Besi&Friends-Charity-Event – das Teamlager und den Anstieg zu beschallen.

Die Team-Mates fanden das richtig geil.

Was ich aber gar nicht geil finde:

Die Bluetooth-Aussetzer des Teufel Rockster und der bescheidene Kundenservice von Teufel!

Aber der Reihe nach. Die beiden Eingangskanäle des Rockster können auch mit Bluetooth gespeist werden. Das ist enorm gut, v.a. wenn man mit iPhone in der Tasche im Teamcamp rumläuft, das beschallt werden möchte.

Beim Rockster ist aber nichts mit Rumlaufen! Entfernt man sich nur wenige Meter – manchmal reichen 50 Zentimeter – kann es schon zu Aussetzern kommen. Schlimm wird es sobald sich eine Person zwischen der Zuspielquelle und der Box aufhält. An Musik ist dann nicht zu denken.

Nicht dass Teufel generell Bluetooth-Probleme hätte. Neben dem Rockster haben wir auch Boomster, Bamster und Bluetooth-Kopfhörer aus dem Hause Teufel zuhause. Die funzen mit iPhone, iPad, MacBook & Co. so gut wie die Geräte bspw. von Bose.

Der Rockster leider nicht! Hier habe ich zwei Videos, die ich Teufel im Januar zur Beurteilung geschickt hatte.

Im ersten Video hört man die Probleme beim Rockster, wenn das iPhone auf dem Esstisch liegt und der Rockster keine drei Meter entfernt ist:

Hier als Vergleich das ganze mit dem Teufel Boomster. Problemlos!

Falls es Dich interessiert, die Musik ist von einem meiner Lieblingsmusiker Shantel. Den solltest Du mal live erleben. Sehr geil!

Aber zurück zum Bluetooth-Problem. Ist das nicht „Scheißendreck“?

Das Transportproblem

Knapp 37 kg wiegt der Rockster verpackt in der Transportbox, die etwa so groß wie eine Waschmaschine ist.

Deshalb kommt die nicht einfach mit DHL&Co., sondern mit einer Spedition ins Haus.

So muss man sich für den Empfang schon mal einen Tag Urlaub nehmen. Aber das macht man ja gerne, wenn man sich so ein geiles Teil bestellt hat.

Blöd wird es nur, wenn der Rockster in Reparatur soll. Dann kommt nämlich wieder der Spediteur und ein Urlaubstag ist flöten. Der zweite Urlaubstag geht dann dafür drauf, das „reparierte“ Gerät wieder entgegen zu nehmen.

Das Reperaturproblem

Nun, zwei Urlaubstage flöten, damit kann man vielleicht noch leben, wenn man die Wartezeit mit Indoortraining – aus dem Haus kann man ja nicht – oder mit Bloggen verbringt.

Womit ich schwer leben kann, ist die Tatsache, dass unser Rockster nach mehreren Wochen (während mein Sohn Auftritte hatte) UNREPARIERT zurück kam.

Dem Gerät lag folgendes Begleitschreiben des Reperaturdienstleisters bei:

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Man schickt ein Gerät zur Reperatur, das Bluetooth-Probleme hat, und erhält die Antwort, man solle „Verkabelung und das Quellgerät“ überprüfen? Wahnsinn!

Nachdem ich mich kräftig geärgert hatte, aber keine zwei weiteren Urlaubstage für eine erneute Hin-und-her-Schickerei veschwenden wollte, entsorgte ich den Transportkarton und lies es auf sich beruhen. Schließlich braucht Philippe für seine Auftritte kein Bluetooth.

Blöd eigentlich, oder?

Das Serviceproblem

Na ja, nach einem halben Jahr, längst abgeregt, fällt mir heute beim Aufräumen das Schreiben des Diensteisters minitec wieder in die Hände, das mir versehentlich in die Unterlagen für die Steuererklärung gerutscht war.

Na da rufst Du mal an, dachte ich. Leider ist die Wartezeit beim Teufel-Kundenservice nicht viel besser als bei Telekom&Co. Aber das Warten fällt leicht, wenn man gleichzeitig Steuerunterlagen sortiert ;-).

Irgendwann war dann ein Servicemitarbeiter am Rohr. Er bot mir zwei Lösungen an. Entweder das Ding noch einmal abholen zu lassen (juhu), oder mit dem Dienstleister minitec zu telefonieren. Was das Telefonieren bringen soll, habe ich aber nicht ganz verstanden. Was soll das helfen? Dass minitec mir noch einmal am Telefon erklärt, die Verkabelung zu prüfen? Im Übrigen, warum sollte ich da anrufen? Schließlich habe ich mit minitec keinerlei Geschäftsbeziehung; nur mit Teufel. Dass der Teufel-Servicemitarbeiter aber nicht in der Lage war, meine Kundennummer nebst Retourennummer zu notieren um den Fall intern zu besprechen, finde ich enorm.

Er meinte immer wieder, dass er meine Kundennummer nicht aufschreiben könne, worauf ich mehrmals fragte, ob er denn nicht schreiben kann, nicht schreiben will oder nicht schreiben darf. Bis zum Schluss haben wir das aber nicht ausdiskutiert. Er meinte nämlich, dass mich sowieso niemand mit Entscheidungsbefugnis zurück rufen würde. Schließlich sei gerade Weihnachtsgeschäft.

O.k., denke ich, Neukundengeschäft ist wichtiger als Kundenservice? Bedenklich für einen deutschen Hersteller, der sich ins Premiumsegment verortet.

Der Servicemitarbeiter meinte dann noch, ich könne eine Beschwerde-Email an die Beschwerde-Abteilung schreiben. Nun, darauf habe ich wirklich keinen Bock.

Lieber lasse ich in Zukunft die Finger von Teufel-Geräten. Die sind zwar gut, solange sie funzen, aber wenn der Kundenservice für die Füße ist, kann ich gleich Fernost-Ware kaufen.

Dann doch lieber ein Bierchen mit dem richtigen Teufel!

Update

28.12.2017

Ich scheine nicht der einzige Rockster-Kunde zu sein, bei dem die Bluetoothprobleme auftreten. Leider sind die Bewertungen nach meinem Kauf geschrieben worden. Sonst hätte ich vielleicht gezögert.

„Idealerweise legt man das Handy auf die Box :-(.“ So mache ich es auch. Ideal ist das aber ganz und gar nicht.

Außerdem: Nein, es tritt nicht nur bei Apple-Geräten auf. Habe es auch mit Samsung getestet. Übrigens sieht man oben schön, dass im Video 1 der Rockster zickt. Im Video 2, mit dem Boomster aber sonst gleichem Testaufbau, zeitlich direkt vor dem Video 1 aufgenommen, ist alles o.k.

Auch beim Besi&Friends-Charity-Event, wo der Rockster im freien, ohne Störquellen außen rum, betrieben wurde, trat dasselbe Problem auf.

4 Gedanken zu “Ärger mit dem Teufel!”

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