Schinderhannes-Radweg im goldenen Oktober

Goldener Oktober.

Am 14.10.2017 sollte es nochmal 20 Grad geben, hatte die Wetter-App voraus gesagt. Also wollte ich mir eine schöne Rennradtour raus suchen und entschied mich für den Schinderhannesradweg, um das Marcello auszuführen.

Der im Hunsrück gelegene Schinderhannes-Radweg ist 38 km lang und verläuft über die Trasse der ehemaligen Hunsrückbahn von Simmern über Kastellaun nach Emmelshausen. Er wurde 1999 fertig gestellt und ist für Radfahrer, Skater und Spaziergänger freigegeben. Benannt ist der Weg nach dem deutschen Räuber Johannes Bückler, auch Schinderhannes genannt, dessen Raubzüge sich vor allem im Hunsrück zugetragen haben.

Der Radweg ist vollständig asphaltiert und führt weitgehend eben über den Hunsrück nördlich von Simmern in Richtung der Rheinhöhen um Emmelshausen. Er eignet sich daher für Alltagsradler und Familien mit Kindern. Der Radweg ist in beide Richtungen durchgängig beschildert. Sein schwarz-weißes Logo bildet schemenhaft den namensgebenden, mit einer Pistole bewaffneten Schinderhannes ab. Insgesamt sind zwischen Start- und Zielpunkt 395 hm Anstieg und 285 hm Abstieg zu überwinden.

Da im Oktober dort nur wenig los ist, und der Weg fast schnurgerade verläuft, eignet er sich aber auch für Rennradfahrer. Weil er schurgerade veräuft könnte es auch eine Speed-Allee sein.

Ich fuhr zunächst mit dem Zug nach Boppard, um dort am Bahnhof die Hunrückbahn zu besteigen.

Die Hunsrückbahn ‒ eine der atemberaubendsten Bahnstrecken Deutschlands

Für Bahnliebhaber gehört die bereits 1908 eröffnete Hunsrückbahn zwischen Boppard und Emmelshausen zu den interessantesten im ganzen Land.

Das liegt nicht nur an der atemberaubenden Landschaft von Mittelrheintal und Vorderhunsrück, die am Zugfenster vorüberzieht. Mit fünf Tunneln und zwei Viadukten überwindet die Bahn auf einem 8,5 Kilometer langen Teilstück 336 hm und ist damit als steilste im Regelbetrieb betriebene Bahnstrecke Deutschlands auch heute noch ein ingenieurtechnisches Meisterwerk.

Besonders Tagestouristen und Ausflügler nutzen deshalb gerne die 2008 komplett sanierte Strecke. In den modernen Fahrzeugen gibt es nicht nur reichlich Platz für Gepäck, sondern auch für bis zu zehn Drahtesel!

Heute waren sehr viele Mountainbiker im Zug, die sicher eine tolle Waldabfahrt wählten.

In Emmelshausen angekommen machte ich mich dann auf den 38 km langen Weg von Emmelshausen nach Simmern auf den Schinderhannesradweg.

Der Radweg ist gespickt mit alten Bahnrelikten, z.B. der alte Bahnhof in Pfalzfeld wo noch tolle alte Waggons als Denkmal ihren Dienst tun. Auch bei Lingerhahn gibt es ein schönes Denkmal mit einer alten Lok. Mein Marcello wollte da unbedingt für ein Foto halten.

Kurz vor Simmern gibt es dann noch einen schönen alten Bahntunnel durch den es durch geht.

In Simmern selbst gab es auch wieder viel zu sehen.

Ganz interessant in der Innendstadt das Denkmal des Simmerner Originals Greta.

Greta (31. August 1906 in Benzweiler; † 24. Januar 1994 auf dem Schmiede) war das Simmerner Original.

Am 7. Oktober 1951 gegen 18:00 Uhr versagten bei einem LKW mit Zement beladen die Bremsen und er raste ungebremst in das Hotel Hirsch. Margarete Scherschlicht wurde von der Zementladung verschüttet. Sie erhielt eine kleine Unfallrente und wurde seit diesem Tag immer wunderlicher.

Daher wurde sie auch Zementgretchen oder Gretchen genannt.

Familie Birk ließ am 26. August 1994 in Simmern die Bronzestatue des Zementgretchens vor ihrem Optik-Geschäft errichten.


Sehenswert ist auch der Schinderhannesturm.

An der Ostecke der ehemaligen Stadtbefestigung erhebt sich ein Turm, der ursprünglich als Pulvermagazin und Gefängnisraum diente. Als eines der wenigen Gebäude überstand er den großen Brand und die Zerstörung von 1689. Das steile, barocke Kegeldach sowie die westliche Freitreppe erhielt der Turm 1750.

Seinen Namen trägt er nach dem berühmt-berüchtigten Räuber Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“. Nach seiner Gefangennahme Ende Februar 1799 in Schneppenbach wurde er nach Simmern gebracht und dort inhaftiert. In der Nacht vom 19. auf den 20. August 1799 gelang ihm die Flucht aus dem bis dahin als ausbruchssicher geltenden Turm. Der Schinderhannesturm dient heute als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum.
Im ehemaligen Verließ vermitteln Exponate und Ausstellungsstücke anschauliche Eindrücke rund um das Thema „Schinderhannes“.

In Simmern endete dann der Schinderhannesradweg. Ich fuhr dann weiter über die Bundesstraßen. Der Streckenabschnitt Altweidelbach – Wahlbach – Mörschbach – Rheinböllen ist für seine Hügeligkeit berüchtigt.

Ich kannte den Weg, fuhr in aber trotzdem, weil meine Familie schon den Grill angeschmissen hatte und es waren ja noch rund 40 Kilometer zu fahren. Den Streckenabschnitt merke ich jetzt noch in den Oberschenkeln, die am Wahlbacher stich gut in Wallung kamen.



Dann ging es ab Rheinböllen aber nur noch bergab durch das Guldenbachtal über Stromberg, Schweppenhausen, Windesheim, Guldental – dann ins Heimatdorf Langenlonsheim an der Nahe. Ich fuhr die letzten 40 km in nur 75 Minuten. Der Grill hatte doch sehr gelockt. Zu Hause angekommen, loderte auch schon das Feuer.

Mahlzeit, knapp 3.000 Kalorien weg. Dann darf es auch mal was Gegrilltes sein, mit lecker Bier und Wein.

Meine Tour findest Du übrigens auf Komoot ->.

 

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