Retrovättern

Zum 200. Geburtstag des Fahrrads gab es in Motala am Vortag der großen Vätternrundan, die immerhin auch schon zum 52. Mal ausgetragen wird, die Retrovättern.

Ich war eigentlich mehr zufällig darüber gestolpert. Gegen 16 Uhr hatte ich meine Startunterlagen für Samstagfrüh abgeholt. Da es im Event-Zelt kein Kettenöl zu kaufen gab (Oder hatte ich Tomaten auf den Augen?), bin ich um die Ecke zum Event-Stand bzw. der mobilen Werkstatt von Sportson gefahren. Aber auch dort gab es kein Öl zu kaufen.

Bei Sportson stand aber ein Klassiker ohne Sattel, bei dem gerade Hand angelegt wurde. Vom Retrovättern hatte ich in einer Pressemitteilung gehört, den Event aber nicht im Kalender notiert. Da ich nun aber gerade da war, wollte ich ihn nicht verpassen.

Retrovättern

Bei 23 Grad und strahlendem Sonnenschein standen 20 bis 30 meist ältere Herrschaften mit ihren älteren Rädern am Start. Nicht alle Räder waren Rennräder. Schließlich fahren Traditionalisten die 300 km der Vätternrundan schon immer auf herkömmlichen Rädern.

Einer hatte sein Rad dabei, mit dem er seit Anfang den 80ern um den Vätternsee fährt, aber auch schon andere Langstrecken-Events wie bspw. die Styrkepröven, also die 543 km von Trondheim nach Oslo gefahren ist.

Hut ab, alter Schwede, wer mit dem Rad um den See kommt und sogar Trondheim-Oslo fahren kann, der hat es drauf!


Mit Schwedenflagge und Packtaschen auf Langstrecke? Ein echter Kettenheld!

Natürlich wurden alle Teilnehmer persönlich vorgestellt und im Startbereich interviewt. Das dauerte eine Weile und war für mich langweilig, weil ich kaum ein Wort verstand.

Das ein oder andere Mal wurde erzählt, dass einer der Starter beim Giro d’Italia oder der Tour de France mitgefahren war. Wer genau, konnte ich mir nicht merken. Die Namen genauso wenig.

Irgendwas zu Olympia wurde auch gesagt, als der Sprecher den älteren Sportfreund im schwedischen Meistertrikot interviewte.

Ein Follower auf Instagram schrieb mir später, dass der Sportler, Bert Johansson, nicht nur ein früherer schwedischer Meister ist. Nein, 1976 konnte er in Montreal olympisches Gold im Straßenrennen gewinnen, bevor er 1977 Radprofi wurde. Bert fuhr bei der Retrovättern übrigens auf seinem Gold-Rad von Montreal, mit goldener Simplex-Gruppe. Ein geiles Rad, wie ich finde.

Dieser Herr scheint auch ein prominenter Radsportler gewesen zu sein. Mir ist er leider unbekannt.

Im Starbereich hatte sein Schlauchreifen keine Luft mehr. Aber im fliegenden Wechsel wurde ein Ersatz auf die Felge gelegt. Geklebt war dabei gar nichts. Aber mit viel Druck scheint ein Reifen auch so zu halten.

Geil fand ich übrigens auch die schönen Holzfelgen an diesem Radklassiker.


Schick war auch die Frau im klassichen Mantel, die trotz warmer Temperaturen brav ihre Runden drehte.


Schwerer als die Dame im Mantel hatte es der Hochradfahrer, der aber gar nicht mal so langsam auf der Strecke unterwegs war.

Mehr Fotos, nicht nur zur Retrovättern, findest Du übrigens auf meinem Instagram-Account, den Du gerne auch abonnieren darfst :-).

Du darfst gerne kommentieren. Bitte verwende keine Links, da solche Kommentare zunächst in die Warteschleife geschoben werden.

%d Bloggern gefällt das: