Aftershokz Trekz Titanium – Bone Conduction Kofphörer 1   Vor kurzem aktualisiert!


Bone Conduction

Schon länger nutze ich Kopfhörer mit Bone-Conduction-Technologie, bspw. den Aftershokz Bluez 2. Genauso lange überlege ich, was die beste deutsche Übersetzung für diesen Begriff ist. „Knochenleit-Technologie“, erklärte mir Aftershokz auf Nachfrage. Knochenleit-Technologie hört sich aber ziemlich martialisch an. So bleibe ich beim Denglischen „Bone Conduction“, bis mir was besseres einfällt.

Bei der Bone-Conduction-Technologie wird der Ton als Vibration über Haut und Wangenknochen an das Innenohr bzw. die Gehörschnecke übertragen.

Die Ohren bleiben dabei frei und man kann die Umgebungsgeräusche trotz Musikbeschallung gut wahrnehmen, solange die Ohren nicht mit Gehörschutzstopfen oder einer dicken Mütze abgeschottet sind.

Aftershokz Trekz Titanum

Seit März teste ich nun den Aftershokz Trekz Titanium, den mir der Hersteller freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat.

Gespannt war ich auf das Modell, weil mir der Vorgänger Aftershokz Bluez 2 Freude gemacht hatte, bis mir beim Reinstopfen des Kopfhörers in die volle Sporttasche einer der Bügel gebrochen war.

Links siehst Du den alten Bluez 2 (den ich mit Tape wieder geflickt habe) und rechts den Trekz Titanium.

Bei beiden Modellen, das ist hier gut zu sehen, sitzen die so genannten „Transducer“ vor den Ohren auf den Wangenknochen.

Die Transducer geben eine Vibration ab, die – über die Wangenknochen übertragen – im Innenohr hörbar wird. Zunächst denkt man, dass es sich bei den Tansducern um kleine Lautsprecher handelt, weil der Ton auch zu hören ist, wenn der Kopfhörer bspw. auf dem Tisch liegt. Überrascht ist man aber, wenn man die Kopfhörer trägt und sich gleichzeitig die Finger in die Ohren steckt. Man hört den Ton bzw. die Musik immer noch; sogar besser bzw. voluminöser.

Der Klang war übrigens ein Nachteil des Vorgängermodells Bluez 2. Er war recht dünn und ohne merklichen Bass. Den Nachteil habe ich aber immer gerne in Kauf genommen, um beim Radfahren die Umgebungsgeräusche hören zu können.

Außerdem war der Bluez 2 mit seinem Hartplastik und den dünnen Stegen zwischen Kopfhörerbügel und Transducern bruchanfällig.

Beides wurde beim Trekz Titanium wesentlich verbessert!

Klang

Mit dem Klang bei Bone-Conduction-Kopfhörern ist es so eine Sache. Veschließt man den Gehörgang mit den Fingern oder Gehörschutzstopfen, ist der Klang voluminös, aber etwas dumpf. So zumindest beim Bluez 2.

Der Trekz Titanium hat zwei unterschiedliche „Equalization-Stufen“. Die Standardstufe erzeugt ein Klangerlebnis, das fetter ist, als der Klang des Bluez 2. Der Bass ist besser hörbar und insgesamt ist der Klang näher an dem, was man von gewöhnlichen Kopfhörern kennt. Steckt man sich bei dieser Stufe die Finger in die Ohren, wird der Klang basslastig/dumpf.

Mit Gehörschutz, bspw. wenn man in lauter Arbeitsumgebung arbeitet, empfiehlt sich deshalb die zweite Equalization-Stufe. Der Klang ist dabei ähnlich wie beim Vorgänger Bluez 2; mit Stopfen im Ohr o.k., mit freiem Gehörgang zu dünn.

Für mich als Radfahrer bietet der Trekz Titanium mit seinem verbesserten Sound in der Standardstufe ein gutes Klangerlebnis bei offenem Gehörgang.

Windgeräusche

Die Windgeräusche halten sich beim Trekz Titanium im Rahmen, fast als hätte man keine Kopfhörer auf, weil er relativ flach baut. Bluetoothkopfhörer, die den Akku im Hörer verbaut haben und deshalb weiter heraus schauen, machen mehr Windgeräusche.

Telefonieren während des Radfahrens

Das funktioniert mit dem Trekz Titanium wie mit den meisten anderen Modellen. Man versteht gut, was der Anrufer sagt, falls man nicht gerade im Funkloch ist. Umgekehrt hört der Anrufer nicht immer was man sagt, zumindest wenn man zu schnell unterwegs ist und der Fahrtwind die Stimme überlagert. Mit gemäßigtem Tempo und lauter Stimme, versteht der Anrufer in der Regel schon, was man sagt.
Diese Herausforderung haben aber alle Headsets, deren Mikrofon nicht direkt vor dem Mund platziert ist.

Übrigens fahre ich fast immer mit solchen Headsets bzw. Kopfhörern, weil ich oft telefonisch erreichbar sein muss. Zur Not, wenn es ein wichtiges Gespräch ist, halte ich zum Telefonieren kurz an.

Haltbarkeit/Robustheit

Im Gegensatz zum alten Modell aus Hartplastik hat sich der Trekz Titanium enorm verbessert. Wie es der Name vermuten lässt, besteht der Kopfhörer aus mit weichem Plastik ummanteltem Titan. Auch wenn ich es nicht probiert habe, brechen dürfte der Titanium nicht mehr. Der Kopfhörer ist nach Norm IP55 schweiß- und staubresistent. Regenfahrten hat er bisher bei mir anstandslos überstanden, genau wie schweißtreibende Indoor-Sessions.

Sitz/Tragekomfort

Der Kopfhörer sitzt durch sein Titaninnenleben mit den Transducern eng vor den Ohren, ohne zu drücken. Die 36 Gramm spürt man kaum. Hinten beim Bügel ist genug Luft, sodass auch Leute mit größeren Köpfen keine Probleme haben sollten. Unter dem Helm stört er nicht und für die Brille ist der Kopfhörer so geformt, dass die Bügel der Brille unter die Kopfhörer passen. Das gefällt mir gut.

Bauartbedingt drückt der Trekz Titanium nicht im Gehörgang. Wie auch? Bei Ear-Buds ist das anders, v.a. wenn man im Winter eine Helmmütze trägt, die über die Ohren geht. Bone-Conduction-Kopfhörer kann man über der Mütze tragen. Die Vibration erreicht dennoch das Innenohr und die Musik ist gut zu hören.

Bei hoher Lautstärke ist die Vibration zu spüren und kitzelt anfangs am/im Ohr. Daran gewöhnt man sich. Allerdings hört man in der Regel auch nicht so laut, dass es stark vibriert.

Bedienung

Hinter dem rechten Ohr, im Bügel des Trekz Titanum, sitzt der Akku sowie die Bedieneinheit. Diese besteht aus eine LED, die den Betriebszustand anzeigt (bspw. Laden, Koppeln etc.), eine Micro-USB-Buchse zum Laden des Akku (hier halb geöffnet) und zwei Volumentasten, wobei die Plus-Taste auch zum Ein-/Ausschalten und Koppeln verwendet wird.

Außen auf dem linken Tansducer befindet sich eine Multifunktionstaste. Mit ihr startet/stoppt die Musikwiedergabe, spring man zum nächsten Titel, beantwortet eingehende Anrufe, startet die Sprachwahl (bspw. Siri) etc.

Die Bedienung mit kurzen Radhandschuhen ist prima. Greift man hinter das rechte Ohr, fühlt man sofort die beiden Tasten (+) und (-), wobei (+) mit einem erhabenen Punkt tastbar ist. Mit langen Handschuhen geht das nicht so gut.

Die Multifunktionstaste ist auch mit Fingerhandschuhen gut zu tasten und zu bedienen.

Fahre ich im Winter mit langen Handschuhen, so meine Erfahrung mit den Bluez 2, wähle ich eine leisere Lautstärke und schalte bei Bedarf die Musik über einen Druck auf die Multifunktionstaste aus und wieder ein, falls das zwischendurch verkehrsbedingt erforderlich ist.

Lieferumfang

Der Trekz Titanium kommt mit einem USB-auf-Micro-USB-Ladekabel, zwei Gehörschutzstopfen, zwei Gummi-Reduzierstücken für sehr kleine Köpfe, einem Transportbeutel und einer verständlichen Bedienungsanleitung.

Specs

  • Lautsprechertyp: Knochenleit-Umformer
  • Frequenzgang: 20Hz – 20 kHz
  • Empfindlichkeit: 100 ± 3dB
  • Mikrofon: -40dB ± 3dB
  • Bluetooth-Version: v4.1
  • Kompatible Profile: A2DP, AVRCP, HSP, HFP
  • Funkreichweite: 10m
  • Akku: Lithium-Ionen
  • Kontinuierliche Wiedergabe: 6 Stunden
  • Stand-by-Zeit: 10 Tage
  • Ladezeit: 1,5 Stunden
  • Gewicht: 36g

Die 6 Stunden Wiedergabezeit kann ich bestätigen. Wie lange die Stand-by-Zeit wirklich ist, hingegen nicht. Allerdings hatte ich den Kopfhörer einige Tage versehentlich eingeschaltet gelassen und der der Akku war noch halb voll.

Preis

Der Preis liegt UVP und bei allen Online-Händlern, die ich geprüft habe, bei knapp unter 150 EUR. So auch bei Amazon oder Gravis.

Fazit – fürs Radfahren ideal

Für Sportarten, bei denen man das Umgebungsgeräusch hören muss, ist der Trekz Titanium der ideale Begleiter. Man hört Musik, aber auch herannahende Autos und andere Verkehrsteilnehmer. Läufer, aber v.a. Radfahrer sind damit bestens bedient. Ich mag den Trekz Titanium v.a. weil er viel besser klingt als sein Vorgänger. So sitze ich manchmal im Wohnzimmer und höre Musik mit ansprechender Klangqualität, bin aber für die Familie immer noch ansprechbar.

Rechtliches

Ob Fahren mit Kopfhörern erlaubt ist, kannst Du hier nachlesen.

 


Über Claude

Claude ist nach langer Radabstinenz, und mehr als 20 kg Übergewicht, seit 2008 mit dem Fahrrad unterwegs; nicht gut, aber mit Freude. Neben gesunder Ernährung sind es v.a. ‚Gadgets‘ und neue Produkte rund ums Rad, die ihn interessieren. Sein Herzblut hängt an der Vätternrundan in Schweden – 300 km die ihm jedes Jahr aufs neue Respekt abverlangen.


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Ein Gedanke zu “Aftershokz Trekz Titanium – Bone Conduction Kofphörer

  • Benedikt

    Hallo Claude,
    ich nutze die Treks Titanium auch seit einiger Zeit und bin wie du ziemlich begeistert.
    Gerade auf längeren Touren alleine ist etwas Musik nicht verkehrt und man hört trotzdem noch sehr gut den Verkehr um sich herum.