Dicker Mann auf dünnen Reifen

Dicker Mann!

Früher war ich ein dicker Mann mit Ü90 kg – nach 15 Jahren Radabstinenz, Scheidung, zu viel Essen usw.

2007 stieg ich wieder in den MTB-Sport ein, den ich schon Ende der 80er angefangen hatte.

Ohne Radfahren wäre ich heute locker bei Ü100 kg statt bei 70 bis 76 kg – je nach Jahreszeit.

Entsprechend konnte ich mich mit dem Buch „Dicker Mann auf dünnen Reifen“ aus dem Covadonga-Verlag identifizieren, das ich jedem Radsportler wärmstens als Lektüre empfehlen kann. #lesenswert

Mein neues Leben als Rennradfahrer

… so der Untertitel dieses humorvollen Buchs von Ulf Henning.

Mein neues Leben als Rennradfahrer begann 2009 als ich mich traute, mein erstes Rennrad zu kaufen. In der Tat überlegte ich eine ganze Weile. Auf der Straße Fahrrad fahren? Mit Klickpedalen? Hier in Rhein-Main bei dem Höllenverkehr?

Ich habe es seither keinen Tag bereut, vom MTB auf die Straße gewechselt zu sein.

 

Neues Leben als Rennradfahrer für Oliver

Heute begann nun das neue Leben meines Bruders Oliver als Rennradfahrer. Oliver fährt seit Jahren MTB. Jeden Tag. Jeden Tag 10 km ins Büro und 10 km zurück, bei Wind und Wetter, Eis und Schnee. Respekt!
Im Sommer unternimmt er MTB-Touren. Einmal, wenn ich mich recht erinnere, waren es sogar ca. 150 km, die er am Stück auf seinem Bulls Copperhead 3 abgerissen hatte.

Trotzdem ist Oliver Ü100. Nach 13 kg Gewichtsabnahme in den letzten Wochen aber nur noch knapp Ü. Bald ist er U100. Auch das verdient Respekt.

Oliver wünschte sich schon länger ein Rennrad. Heute war es soweit.

Von Raiko, der freundlichen Bikestation unsers Hotels auf Mallorca, konnte ich für einen günstigen Preis (600 EUR minus Radmiete) ein Marcello Leggero Alu-Rennrad nach Deutschland mitbringen.

Das tat ich guten Gewissens, denn das Marcello sieht stabil aus und Verträgt auch Ü100-Fahrer ohne Probleme.

Heute trafen wir uns in Mutters Küche und passten das Marcello auf Oliver an.

Mit passender Sitzhöhe und ausgerichteten Cleats an seinen MTB-Schuhen zog er von dannen. Umgezogen, und natürlich mit Helm, war er danach für 33 km auf Jungfernfahrt.

Aufgrund meiner Erkältung konnte ich ihn leider nicht begleiten. Sonst hätte ich ihm erklärt, dass „Oberlenker“ nicht die präferierte Griffposition ist. Aber darauf kam er dann selbst.

Oliver war beeindruckt von der Spritzigkeit des Rennrads, im Vergleich zum Mountainbike. An die unterschiedliche Bremswirkung der Felgenbremse im Vergleich zur MTB-Scheibenbremse muss er sich aber noch gewöhnen.

Produkttest

Auf der Jungfernfahrt war Oliver für mich als Produkttester unterwegs. Gestern, bei Abfahrt von zuhause, hatte mir der DHL-Fahrer auf dem Parkplatz ein Paket in die Hand gedrückt. Zwei Fidlock Magnet-Flaschenhalter nebst Flaschen hatte ich zugeschickt bekommen.

Die Aufnahmen für die Flaschen sind am Fahrradrahmen kaum zu sehen. Das wirkt sehr aufgeräumt. Die Fidlock-Flaschen schnappen, von Magneten geleitet, mit sattem Geräusch in den Halter ein. Das funktioniert, ohne dass man sich groß auf den Flaschenhalter konzentrieren muss. Im leeren Zustand, das konnte ich selbst prüfen, sitzen die Flaschen fest auf den Haltern.

Oliver fuhr seine 33 km mit zwei gefüllten Flaschen und kann den festen Sitz bestätigen. Nach kurzer Eingewöhnung empfand er das Abnehmen und Aufsetzen der Flaschen als einfach.

Nun bin ich gespannt, was er in einigen Wochen, nach häufigem Gebrauch zu sagen hat. Sind die Flaschen bis 60° spülmaschinenfest, wie es auf der Packung steht? Sind sie geschmacksneutral? Fangen sie an zu riechen? …

Willkommen im neuen Leben

Zunächst aber wünsche ich meinem Bruder allzeit gute und unfallfreie Fahrt, viel Spaß mit dem Marcello und dauerhaft U100.

Wenn er Lust hat, schreibt er auf CyclingClaude vielleicht selbst das ein oder andere Mal über sein neues Leben als Rennradfahrer. Mich würde es freuen. Die Rubrik „Dicker Mann auf dünnen Reifen“ ist eingerichtet. Vielleicht können wir das Wort „Dicker“ irgendwann aus der Kategoriebezeichnung streichen, oder?

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