Garmin Edge 820 – Guck mal wer da spricht! 2


Letztens stolperte ich über einen Austausch auf Facebook, genauer in der Gruppe Rennrad, in der sich die Schwarmintelligenz einig war, dass es keiner der Fahrradcomputer aus dem Hause Garmin Sprachnavigation beherrscht.

Wie so oft dachte ich „keine Ahnung, aber mitreden – wie immer bei Facebook“. Aber offen gestanden muss ich zugeben, dass ich es eigentlich auch nicht besser hätte wissen können, wäre mir nicht letzten November auf dem Weg von San Francisco nach Tiburon quasi ein Erlebnis der dritten Art widerfahren.

Stimmen im Kopf?

Irgendwann, mitten auf der Strecke, ließ es mich nämlich an meinem Verstand zweifeln. Ich hatte zwei iPhones in der Rückentasche. Mein privates und mein dienstliches Smartphone. Schließlich wollte ich in der Ferne erreichbar sein, falls etwas auf der Arbeit in Deutschland anbrennt.

Der Garmin Edge 820 am Lenker meiner Faltradrakete zeigte mir den Weg, den ich am Tag vor der Konferenz abfahren wollte. In Sausalito bog ich ungeplant zum Hafen ab, um ein paar Fotos zu schießen. „Gott verdammt“, dachte ich! „Hatte ich eben gehört, ich sei von der Strecke abgewichen? WTF! Kann doch gar nicht sein!“ Dann glaubte ich aber doch, dass meine hintere, linke Trikottasche mit mir spricht. „In 50 Metern umkehren.“ Hatte ich Halluzinationen? Siri konnte es nicht sein. Es war keine Frauenstimme. Google Maps? Eigentlich auch unmöglich. Trotzdem hielt ich an und vergewisserte mich, dass Google Maps auf keinem der Telefone aktiv war.

Zurück Richtung Strecke hieß es auf einmal „nach rechts abbiegen“. Das machte mich fertig. Wieder hielt ich an. Wieder Google Maps kontrolliert, wieder nichts. Paranoid entschied ich mich, beide Smartphones komplett auszuschalten.

Die nächsten 20 Kilometer war nichts mehr zu hören. O.k., Beweis genug, dass ich nicht geisteskrank war, dachte ich.

Kurz vor dem Hungerast entschied ich mich, mit Klapprad bei McDoof an den Drive-Through-Schalter zu fahren. Weil ich davon ein paar Fotos wollte, schaltete ich mein privates iPhone wieder ein. Und da war sie wieder – die Stimme! Nicht in meinem Kopf, sondern im bzw. aus dem iPhone.

Guck mal wer da spricht!

Zuhause konnte ich dann raus finden, was den Garmin Edge 820 sprechen lässt: die Garmin Connect App!

Garmin Edge 820 und Smartphone müssen per Bluetooth und Connect App miteinander verbunden sein (BT_Edge 820).

Ob in der Connect App die Option „Navigationsalarme“ zwingend aktiv sein muss, weiß ich nicht. Mit dieser Einstellung funktioniert es jedenfalls.

Außerdem muss auf dem Edge nicht nur die Navigation, sondern auch die Stoppuhr bzw. Trainingsauzeichnung gestartet sein.

Um Dir zu zeigen, dass es geht, bin ich eben mit dem Auto bei uns kurz um die Ecken gefahren. Danke an Philippe, Sohn und Beifahrer, der die Geräte halten musste.

Über Lautsprecher aus der Rückentasche sind die Navigationskommandos aber nicht gut zu hören. Mit Bluetooth-Sportkopfhörern geht das aber prima. Schon länger fahre ich mit den Aftershokz Bluez 2 und teste für Dich gerade die neuen Aftershokz Trekz Titanium, die ich schon jetzt heiß empfehlen kann, weil man den Verkehr gut damit hört.

Ach ja, ob es mit weiteren Garmin-Edge- Geräten, wie bspw. dem Edge 1000 funktioniert, weiß ich leider nicht. Probiere es einfach aus und schreib‘ Deine Erfahrungen unten in das Kommentarfeld. Vielen Dank!

Update

Da ich vorhin bei Facebook gefragt wurde, wie man überhaupt zu den obigen Einstellungen bei Garmin Connect kommt, hier noch ein paar Screenshots. Wichtig ist, dass die Connect App Deinen Edge kennt. Nur dann siehst Du die Einstellungen.

Im Bild links siehst Du oben in der rechten Ecke das Symbol für den Edge 820. Wenn Du Dein Gerät dort siehst, kennt die App Deinen Edge. Der kleine Punkt neben dem Edge-Symbol zeigt, ob die Geräte gerade gekoppelt sind. Grün bedeutet „gekoppelt“ und grau „nicht gekoppelt“.

Auch wenn Smartphone/App und Edge gerade nicht gekoppelt sind, kommt man mit einem Klick auf das Edge-Symbol in die Einstellungen (Screenshot 2). In den Einstellungen wählst Du „Geräteeinstellungen“. Damit kommst Du in den nächsten Screen (Screenshot 3). Dort wählst Du „Akustischer Alarm“. Im Screen „Akustischer Alarm aktivierst Du „Navigationsalarme“.

Wie gesagt weiß ich gar nicht, ob es die Einstellungen so braucht, aber damit funktioniert es bei mir bzw. meinem Edge 820.


Über Claude

Claude ist nach langer Radabstinenz, und mehr als 20 kg Übergewicht, seit 2008 mit dem Fahrrad unterwegs; nicht gut, aber mit Freude. Neben gesunder Ernährung sind es v.a. ‚Gadgets‘ und neue Produkte rund ums Rad, die ihn interessieren. Sein Herzblut hängt an der Vätternrundan in Schweden – 300 km die ihm jedes Jahr aufs neue Respekt abverlangen.


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2 Gedanken zu “Garmin Edge 820 – Guck mal wer da spricht!

  • Steffen

    Hi Claude, ich habe heute mal das Sprach-Feature mit meinem Edge 820 Explore getestet. Die Navigation an sich funktioniert super, allerdings hört man die Sprachausgabe wirklich schlecht bei Fahrtwind wenn das Phone in der Rückentasche ist. Aber das hattest Du ja bereits geschrieben. Allerdings bergauf oder in der Stadt versteht man die Anweisungen sehr gut. Ich bin heute mal in meiner neuen Heimat mit einer auf Strava geplanten Route unterwegs gewesen und hab mich mit der Garmin-Navigation sehr gut zurechtgefunden. Zwar fehlen dem „Navi“ noch ein paar hilfreiche Funktionen, aber meines Erachtens ist das völlig ok so. Notfalls hat man ja noch das Smartphone falls man sich verfahren hat. Ansonsten mach weiter so mit Deinem Blog, gefällt! Schau doch bei Gelegenheit auch mal bei meinem vorbei, ab und zu habe ich Zeit für einen sinnvollen Beitrag auf meiner Seite 🙂 Viele Grüße aus Dresden, Steffen

    • Claude Beitragsautor

      Hi Steffen,

      danke für Feedback und Lob. Das kann ich übrigens zurück geben.

      Bezüglich Sprachnavigation: Ich fahre oft mit Bluetoothkopfhörern, v.a. weil ich Anrufe beantworten möchte, und damit kommen die Navigationsbefehle gut hörbar an :-). Habe es gerade am Wochenende auf dem MTB im Wald probiert. Klasse!

      Beste Grüße
      Claude