Kamera am Fahrrad – die Rechtslage


Ich gebe zu, ich fahre mit Kamera.

Bei Radrennen und RTFs behält man dadurch tolle Erinnerungen, hat man eine Kamera am Fahrrad. Aber auch beim täglichen Training könnte im Fall der Fälle ein Beweisvideo gut sein.

Die derzeitige Rechtslage

Kamera am Fahrrad

Produkttest Action-Cams bei #CyclingClaude

Dass Videos vor Gericht als Beweismittel nicht zugelassen sind, stimmt mittlerweile nicht mehr so ganz.

Schon im letzten Jahr meldeten sich in der TOUR mehrere Experten zu Wort, die das anders sahen.

Gerade schrieb auch Spiegel online darüber: Ein Gericht beurteilte die ‚Intensität und Reichweite des Eingriffs in das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen (als) gering‘ und ließ das Video als Beweis zu.

Das Interesse (des Radfahrers) an einer Beweissicherung ist also höher zu bewerten, als das Verletzen der Rechte des anderen Verkehrsteilnehmers.

Das Gericht ließ das Video übrigens mit der Begründung zu, der Radfahrer habe ein Interesse an einer Beweissicherung; der Autofahrer könne sich nicht auf eine Verletzung seiner Grundrechte berufen.

‚Grundrechte‘ in diesem Sinne begründen sich übrigens in erster Linie aus dem Kunsturhebergesetzes (dieses schützt unter anderem das Recht am eigenen Bild).

Auch das Bundesdatenschutzgesetz wird oftmals aufgeführt. Allerdings wurde dieses Gesetz mehrfach von Gerichten als unanwendbar erklärt, weil der Gesetzgeber hier fest installierte Kameras gemeint hat, die den Verkehr auf einer genau definierten Straße oder einem bestimmten Platz überwachen sollen.

Im Gegensatz zu vielen Action-Cams, die wir vom Radfahren kennen, überschreiben die vom Auto bekannten Dash-Cams die Videoaufnahmen wieder, sobald das Speichermedium voll ist (Loop-Modus), sollte kein Anlass zur Verwertung der Aufnahme bestehen.

Rechtsexperten sind mittlerweile der Meinung, dass v.a. sich automatisch überschreibende Aufnahmen in der Regel nicht mit dem Recht am eigenen Bild oder irgendwelcher Datenschutzinteressen kollidieren.

Loop-Cams fürs Fahrrad

Kameras, die ihre Videoaufzeichnungen automatisch wieder überschreiben, gibt es kaum. Löbliche Ausnahme sind die Kameras der australischen Firma Cycliq. Deren Kameras kennen nur diesen einzigen Aufnahmemodus. Sobald das Speichermedium voll ist, wird automatisch die älteste Aufnahme überschrieben.

Aber keine Sorge, wählt man den Speicher (microSD-Karte) groß genug, kann man stundenlang aufzeichnen, ohne Gefahr zu laufen, Videos zu verlieren.

Darüber hinaus haben die Kameras einen ‚Incident Mode‘. Fällt das Rad (bzw. die Kamera) abrupt zur Seite, wird die letzte Aufnahme automatisch gespeichert und nicht wieder überschrieben.

Fly6 schießt nach hinten

Fly62014 kam die Fly6 von Cycliq auf den Markt, geboren aus einer Kickstarter-Campagne. Die Kamera (HD 720p) ist bei der Fly6 ins Rücklicht eingebaut (Fly6 überwacht nach hinten = 6 Uhr).

Bereits zum Kickstarter-Launch des Produkts war ich mit den Firmengründern in Kontakt und bekam die Fly6 exklusiv nach Deutschland geschickt, damals noch mit unerwarteten Problemen beim Zoll.

Das etwas kleinere Nachfolgemodell, ebenfalls mit Namen Fly6, fahre ich nun seit einem Jahr am Rad und habe schon viel darüber berichtet. Auch die Roadbike schrieb über die clevere Kamera, nachdem ich Ihnen ein Testmuster zur Verfügung gestellt hatte.

Die Akkuleistung der Fly6 reicht für vier bis sechs Stunden Fahrt, je nach Lichtmodus des Rücklichts!

Bestellen kann man die Fly6 übrigens auch in Deutschland, exklusiv bei Wigglesport.de:

Fly6 mit kostenlosem Versand nach Deutschland

Fly12 blickt voraus

Fly12Nun gibt es die große Schwester der Fly6, die Fly12, die mit 400-Lumen-Frontlicht und Full-HD-Kamera den Fahrtweg nach vorne aufnimmt.

Bei der Kickstarter-Campagne habe ich das ‚Testpilot-Paket‘ gekauft, das mir drei Vorserienmodelle und das Endprodukt beschert hat.

Über Internet war ich in den vergangenen 10 Monaten mit den Produktentwicklern in Kontakt und konnte häufig hilfreiches Feedback geben.

Die Fly12 (filmt nach 12 Uhr, also nach vorne), zeichnet Videos in Full HD bzw. 1020p auf.

Außerdem hat sie ein Licht mit max. 400 Lumen Leistung eingebaut.

Ohne Zuschalten des Lichts soll der fest eingebaute Akku für max. zehn Stunden Strom liefern. In meinen Tests erreichte ich max. 8,5 Stunden, was aber auch schon ordentlich ist.

Einen kompletten Test der Fly12 könnt Ihr in den nächsten Tagen bei #CyclingClaude erwarten.

Bestellen könnt Ihr die Fly12 schon jetzt bei Wigglesport. Allerdings wird erst Ende Mai/Anfang Juni 2016 ausgeliefert, da die ersten Exemplare zunächst an die Kickstarter-Supporter gegangen sind.

Fly6 bei wigglesport.de mit kostenlosem Versand bestellen

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Über Claude

Claude ist nach langer Radabstinenz, und mehr als 20 kg Übergewicht, seit 2008 mit dem Fahrrad unterwegs; nicht gut, aber mit Freude. Neben gesunder Ernährung sind es v.a. ‚Gadgets‘ und neue Produkte rund ums Rad, die ihn interessieren. Sein Herzblut hängt an der Vätternrundan in Schweden – 300 km die ihm jedes Jahr aufs neue Respekt abverlangen.

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