Schlapp mit Soja 7


Soja ein gesundes Nahrungsmittel?

Ich kann nicht von mir behaupten, dass ich mich gut mit Ernährung auskenne. Nein, ein Ernährungsexperte bin ich gewiss nicht. Aber ein gesundes Halbwissen kann nicht schaden.

Ob Milch bzw. Milchprodukte besonders gut oder schlecht sind, weiß ich nach wie vor nicht so genau. Allerdings beschloss ich vor Jahren, meinen Konsum von (Kuh-)Milchprodukten und Fleisch zu reduzieren. Schließlich kann einem schon übel werden, schaut man hinter die Kulissen der hiesigen Milch-  und Fleischproduktion. Vegetarier wollte ich allerdings nie werden. Aber das soll hier nicht Thema sein.

Stattdessen geht es um Sojaprodukte, die ich lange Jahre als Milch- und Fleischersatz konsumierte.

Der Tag fing damals gut an mit Müsli, basierend auf Sojajoghurt (meist einer größeren Portion) und ich griff gerne zu allen möglichen Sojaprodukten, bis hin zum Soja-Schnitzel.

Selbst Soja-Bolognese-Soße (die vom Aldi) aß ich sehr gerne.

Der Besuch beim Männer-Arzt

Seit ich vierzig bin, gehe ich regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, zum Urologen.

Nachdem ich 2010, mit 45 zu Dr. Bartowski nach Neu-Isenburg gewechselt bin (Dr. Wutzke ist seither im wohlverdienten Ruhestand und brennt exzellenten Obstbrand zum Vergnügen der Dietzenbacher), ließ ich zum ersten Mal ein großes Blutbild incl. Bestimmung des Hormonspiegels machen.

Als Sportler (und Mann) interessierte mich der Testosteronspiegel ganz besonders.

Mit 7,85 ng/ml Testosteron lag ich Ende Juni 2010 ‚ganz gut‘, denn die Normwert-Skala geht von 4-10 ng/ml. Ich war im Normalbereich, knapp über dem Median von 7ng/ml, worüber sich andere 45jährige gefreut hätten.

Aber ich war ja Sportler, ambitionierter sogar, der sich einbildete, mit einem hohen Testosteronwert bessere Leistungen bringen zu können.

Nun, das war ärgerlich, aber irgendwie verlor ich es wieder aus den Augen.

Erst vier Jahre später die nächste Bestimmung des Testosteronwertes: Mit 6,99 ng/ml lag ich noch knapp auf dem Median, hatte aber >10% in vier Jahren abgebaut.

Das machte meinem Ego nach Testeröffnung  wesentlich mehr zu schaffen, als vier Jahre zuvor.

Aber auch diesmal verlor ich es zunächst aus den Augen.

Kauf des Dr.-Feil-Buches

Anfang 2015 bestellte ich das ‚Dr.-Feil-Buch‘  >>Was erfolgreiche Sportler anders machen – Die F-AS-T Formel<<.

Dort fand ich auf Seite 35 einen sehr kurzen Absatz zum Thema Soja, der titelt ‚Sparsam mit Soja und Tofu‘.

Dr. Feil warnt vor zu hohem Verzehr von Soja, da es im Körper die Hormonproduktion verringert und somit zu Schilddrüsenfehlfunktionen und verringerten Testosteronwerten führen kann.

Das war für mich genug als Warnung. Von jetzt auf gleich strich ich Soja und Tofu fast komplett von meinem Speiseplan. Lediglich hin und wieder bestelle ich noch heute eine Misosuppe beim Japaner. Aber Kuhmilch wird oft durch Kokos- oder Manelmilch ersetzt, und Ziegenkäse gibt es ja auch noch.

Neun Monate später, am 1.10.2015 wollte ich es dann wissen und beauftragte Dr. Bartowski mit einer erneuten Bestimmung des Testosteronspiegels. Diesmal waren es 10,79 ng/ml. Sensationell wie ich fand und sogar knapp über dem oberen Wert der Normwertskala – und das mit 50!

Testosteron

Darauf angesprochen erklärte Dr. Bartowski, dass Soja Phyto-Hormone enthalte, u.a. ähnlich des weiblichen Östrogens.

Muss man sich da wundern?

Nun argumentieren ja viele, dass Asiaten so gesund seien weil sie viel Soja essen.

Ich habe nicht behauptet, dass Soja ungesund ist, aber es kann, unabhängig davon, einen negativen Effekt auf den Testosteronspiegel haben.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang übrigens die folgende Website, die sich mit Japanern beschäftigt:

Prostatakrebs Sojabohnen, Japaner und die Männlichkeit

Da sind zwar ein paar steile Thesen drin, aber etwas Wahres könnte dran sein ;-).

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Über Claude

Claude ist nach langer Radabstinenz, und mehr als 20 kg Übergewicht, seit 2008 mit dem Fahrrad unterwegs; nicht gut, aber mit Freude. Neben gesunder Ernährung sind es v.a. ‚Gadgets‘ und neue Produkte rund ums Rad, die ihn interessieren. Sein Herzblut hängt an der Vätternrundan in Schweden – 300 km die ihm jedes Jahr aufs neue Respekt abverlangen.


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7 Gedanken zu “Schlapp mit Soja

  • Daniel

    Bin ich mal froh, dass mir das Soja-Zeug sowieso nicht schmeckt. Auch wenn ich schon die ein oder andere Ernährungsumstellung durch habe, bei Soja bin ich nie hängen geblieben.

    Spannend finde ich aber vor allem, dass du so direkt messbare Verbesserung festgestellt hast. Die Frage ist eben nur, hast Du das auch gespürt. Immerhin heisst es, dass ein niedriger Testosteronspiegel deutlich negative Effekte haben soll.

    • Claude Beitragsautor

      Na ja, so genau kann man das nicht sagen, Daniel. Aber nach 6 Monaten Sojaverzicht konnte ich auf der Langstrecke, 300 km, meine Bestzeit von 9:54h auf 9:28h verbessern. Gut, wir hatten unwesentlich besseres Wetter als im Vorjahr. Dafür hatte ich aber drei Tage Druckbetankung, wegen meines 50. Geburtstages, dann zwei Tage Pause, und dann den Wettkampf.
      Allso alles in allem habe ich es wohl gemerkt.

  • Kerstin

    Seit ein paar Jahren habe ich nach einer unbemerkten Schildrüsen-Entzündung (Hashimoto-Thyreoiditis) eine irreversible Schilddrüsen-Unterfunktion. V.a. beim Sport (Ausdauer, Trainingseffekt) habe ich die Auswirungen deutlich gemerkt. Seitdem habe ich vom Arzt (angesehener Spezialist für Hormonerkrankungen) ein generelles Soja-/Tofu-Verbot, da es nachgewiesenermaßen die Schilddrüsen-Aktivität hemmt und somit den gesamten Stoffwechsel bremst. Dieser Effekt ist sicher nur bei einer Überfunktion wünschenswert. Dummerweise hat Hopfen den gleichen Effekt, was den Biergenuss doch ganz schön trübt…